"Kein Risiko durch Mobilfunk- Basisstationen"

29. September 2003, 19:02
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Experte gibt Entwarnung - weitere Forschungen zum gesundheitlichen Risiko jedoch notwendig

Salzburg - Internationale Expertenkommissionen kämen auf Basis von Studien zum Schluss, dass von elektromagnetischen Feldern von Mobilfunk-Basisstationen kein gesundheitliches Risiko ausgehe. Das erklärte Otto Petrowicz von der Technischen Universität München bei einer Tagung zum Thema "Mobile Kommunikation. Mensch, Wirtschaft, Gesundheit" am Donnerstag in Salzburg. Trotzdem seien weitere Forschungen über das gesundheitliche Risiko von Mobilfunk notwendig. In Deutschland werde deshalb ein Forschungsprogramm in der Höhe von 17 Millionen Euro gestartet, sagte Petrowicz.

"Die Szene ist vergleichbar mit einem Puzzle, in dem noch einige Teilchen fehlen", meinte Petrowicz. Man erkenne schon das Gesamtbild, das auch nicht mehr wesentlich verändert werde, wenn die Teile ergänzt würden. Es gebe international rund 200 Veröffentlichungen zum Mobilfunk und Gesundheit. Es gebe keinen Nachweis für gesundheitliche Gefährdungen. "Auf der einen Seite gibt es gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse, dass die geltenden Grenzwerte ausreichend sind." Trotzdem werde man immer wieder mit Wünschen nach einer weiteren Absenkung der Grenzwerte konfrontiert. "Wir können die Grenzwerte bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag senken und dann sagen, jetzt sind wir sicher." Man müsse sich aber fragen, ob das der Gesellschaft und der Wirtschaft nütze, sagte der Experte.

Elektrosensitivität

Den Unterschied zwischen Elektrosensitivität und Elektrosensibilität versuchte Jörg Schröttner von der Technischen Universität Graz herauszuarbeiten. Sensitive Menschen hätten die Fähigkeit zur stärkeren Wahrnehmung, sensible Menschen litten unter Krankheitssymptomen. Bei einer Untersuchung unter 900 Personen habe man festgestellt, dass etwa zwei Prozent der Bevölkerung eine erhöhte Elektrosensitivität haben. Das bedeute, dass sie elektrische Strahlung stärker wahrnehmen als andere. Diese Elektrosensitivität sei von Person zu Person sehr unterschiedlich und unterliege der Tagesverfassung. Die Ergebnisse seien aber kein Beleg dafür, dass elektromagnetische Felder kausal zu gesundheitlichen Problemen führen, meinte Schröttner.

Bei der Untersuchung wurden die Testpersonen am Unterarm elektrischer Strahlung ausgesetzt. Der nächste Schritt müsse eine Untersuchung mit hochfrequenter Strahlung sein. Die derzeitigen Ergebnisse seien nicht auf den Mobilfunk übertragbar, erläuterte der Wissenschafter. (APA)

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    Forscher: Es gibt keinen Nachweis für gesundheitliche Gefährdungen durch Mobilfunk- Basisstationen.

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