Siemens Österreich erweitert Südosteuropa-Geschäft um vier Länder

5. Oktober 2003, 10:21
1 Posting

Albanien, Bulgarien, Mazedonien und Ungarn haben ab 1. Oktober ihr Hauptquartier in Wien - "Kein Statement" zu Adonis

Mit 1. Oktober 2003 ist Siemens Österreich als Regionales Hauptquartier für Südosteuropa in der Telekommunikation für vier weitere Länder zuständig: Zu den bestehenden 9 Märkten (Slowenien, Slowakei, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Rumänien, Tschechien, Schweiz und Österreich) kommen noch Albanien, Bulgarien, Mazedonien und Ungarn dazu. Damit erhöhe sich die Anzahl der potenziellen Kunden von knapp 75 auf 100 Millionen, so Siemens Österreich-Chef Franz Geiger heute, Donnerstag, vor Journalisten.

Zufrieden

Besonders zufrieden zeigte sich Siemens mit dem Geschäft in Serbien, Tschechien und Bosnien. Aufholbedarf herrsche noch in der Schweiz und Rumänien, wobei die beiden Märkte unterschiedlicher nicht sein könnten. Während bei den Eidgenossen in erster Linie technisch hochwertige Handys verkauft werden, steht in Rumänien der günstige Preis im Vordergrund. So soll das heute neu präsentierte Einsteigerhandy A52 ungestützt für rund 18 Euro in Rumänien angeboten werden. In Österreich wird es das Gerät nicht geben, hier kommen in Kürze die Modelle MC60 (270 Euro) und C60 (180 Euro ohne Kamera) auf den Markt.

Laut Siemens Regionalchef Josef Forer beträgt das Durchschnittseinkommen eines Rumänen rund 100 Euro im Monat. Bei einer Handydichte von rund 27 Prozent wären aber gerade hier noch erhebliche Wachstumsraten möglich. "In Bukarest ist das Handy das Statussymbol schlechthin", so Forer. Heuer will Siemens in Rumänien rund 190.000 Handys verkaufen.

"Gut"

Aktuelle Geschäftszahlen wollte Siemens nicht nennen, laut Geiger läuft das Geschäft aber "gut". Insgesamt habe die Siemens Gruppe im Bereich "Information and Communication" in den Ländern Rumänien, Serbien, Kroatien, Slowenien, Slowakei, Bosnien-Herzegowina und Österreich im Jahr 2002 1,1 Mrd. Euro umgesetzt.

In Österreich sei man mit allen Mobilfunknetzbetreibern im Geschäft, in Südosteuropa wäre es immerhin die Hälfte der Handynetzbetreiber. Der Handy-Marktanteil in Österreich liege bei 27 Prozent, insgesamt sollen heuer in den 13 Ländern 2,8 Millionen Handys verkauft werden. Seit der Gründung des Südosteuropa-Hauptquartieres in Österreich im Juli 2000 seien 7 Millionen Handys verkauft worden.

Sehr schweigsam gab sich Geiger zu den Turbulenzen rund um den Blaulichtfunk Adonis. Ursprünglich hatte Siemens, das am ehemaligen Adonis-Errichter und Betreiber master-talk mit 32,45 Prozent beteiligt ist, eine Schadensersatzklage gegen die Republik Österreich von rund 100 Mio. Euro wegen des Scheiterns des Projektes angekündigt. Heute wollte Geiger dazu "kein Statement" abgeben. Das Innenministerium hatte zuletzt auf APA-Anfrage bekräftigt, Ende September eine Entscheidung zu treffen, wie es nun mit Adonis weitergehen soll. (APA)

Share if you care.