Wiener Journalismus-FH startet mit 55 Studierenden

3. Oktober 2003, 14:03
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Studiengangsleiter Christl: "Die beste" Journalistenausbildung in Österreich

Für 55 Studenten beginnt nächste Woche die Ausbildung zu ihrem Traumjob: Am 30. September nimmt der neue Fachhochschulstudiengang Journalismus seinen Lehrbetrieb auf. Studiengangsleiter Reinhard Christl tritt mit dem ehrgeizigen Ziel an, schlicht "die beste" Journalistenausbildung in Österreich anbieten zu können. Christl freut sich, "den best gebuchten Studiengang Österreichs" zu leiten, hatten sich für die 55 Studienplätze doch insgesamt 427 Bewerber eingestellt.

Fokus auf Vernetzung

Träger des Studiengangs ist die Fachhochschule der Wirtschaft (FHW), die kommende Woche noch ein weiteres neues Studium aus der Taufe hebt. Wissensmanagement kann - im Gegensatz zum Tagesstudium Journalismus - berufsbegleitend studiert werden und setze den Fokus auf "die Vernetzung von Organisation, Management und Informationstechnologie", gepaart mit "hoher sozialer Kompetenz" bei den Absolventen, so Studiengangsleiterin Julia Michl.

Das Interesse galt jedoch überwiegend dem neuen Journalismus-Studium, ist es doch der erste Versuch in Österreich, Journalisten und Medienmanager auf einer akademischen Basis - bei starker Praxisorientierung, wie Christl betonte - zu lehren. Ab dem dritten Semester des auf vier Jahre angelegten Studiengangs ist eine Spezialisierung auf "Journalismus- und Contentproduktion" oder "Content- und Medienmanagement" vorgesehen. Das erste Semester umfasst unter anderem eine "Einführung in kommunikationswissenschaftliches Denken", Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens, Lehrveranstaltungen zu Medienlandschaft, Medientechnik, und Mediengesellschaft sowie fachsprachlichen Englisch-Unterricht.

Lektoren

Als Lektoren habe man bereits zahlreiche Praktiker gewinnen können, so der Studiengangsleiter, der bis zum Sommer des Jahres "Format"-Redakteur war. Unter anderem gehören Hans Besenböck (ATVplus), Birgit Fenderl (ORF), Nora Frey (früher ORF), Christian Ortner ("Format") und Armin Thurnher ("Falter") zu den Vortragenden. "Ziel ist, die Leute zu Wort kommen zu lassen, die wissen, wie es in der Praxis funktioniert." Das Budget wird aus dem Bundesbeitrag pro Studienplatz und Jahr (rund 5.800 Euro), den Studiengebühren sowie einer auf fünf Jahre angelegte Initiativ-Förderung der Stadt Wien laut Christl "im Endausbau zwischen 25 und 30 Mio." stark sein.

"Mag. (FH) für Journalismus"

Die stolzen Absolventen werden sich "Mag. (FH) für Journalismus" nennen dürfen, "es gibt also zum ersten Mal in Österreich einen richtig schönen, akademischen Titel für Journalisten". sagte Christl. Wichtiger noch als der Titel aber sei die "fundierte, interessensfreie Ausbildung", so Matthias Karmasin, (Universität Klagenfurt), der als Beiratsmitglied an der Konzeption des Studiengangs beteiligt war. Christl und Karmasin erhoffen sich außerdem Impulse für den Medienstandort Wien: Die frisch gebackenen Medienmanager sollen sich demzufolge mit innovativen Projekten selbstständig machen und so neue Medienarbeitsplätze schaffen.

Rosige Berufsaussichten

Aus diesem Grund sehen Christl und Karmasin auch rosige Berufsaussichten für die künftigen Absolventen, obwohl der Arbeitsmarkt für Journalisten derzeit als angespannt gilt. "Sie kriegen alle einen Job, weil sie am besten ausgebildet wurden", war sich Karmasin sicher - auch auf Basis einer Bedarfsanalyse, die man im Vorfeld erstellt habe. "Hoffentlich ist 2007 auch die Konjunktur wieder besser", meinte Christl.

Ab dem kommenden Studienjahr werden die Studienplätze auf 70 aufgestockt, und auch das Interesse wird wohl noch größer sein: "Unser erstes Semester hat noch gar nicht begonnen, und schon jetzt habe ich fast zehn Bewerbungen für 2004/2005", wappnet sich Christl schon für einen Ansturm im nächsten Jahr. (APA)

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