Königspudel grob entschlüsselt

25. September 2003, 20:00
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Forscher: Das Pudelgenom liefert mehr Baupläne für Geruchsrezeptoren als das menschliche Genom

Washington - Des Pudels Kern ist zumindest in genetischer Hinsicht dingfest gemacht: Craig Venter und andere US-Forscher legen in der neuen Ausgabe des Fachmagazins "Science" (Bd. 301, S. 1898) die grobe Erbgutskizze eines Königspudels vor. Im Hunde-Erbgut entdeckten die Forscher Pendants zu 75 Prozent der bisher bekannten menschlichen Gene. Zudem fanden die Wissenschafter mehr Übereinstimmungen zwischen Mensch und Hund als zwischen Mensch und Maus oder Hund und Maus.

Dabei entsprachen Teile des Pudelgenoms 18.473 von 24.567 bisher vermerkten Menschengenen, schreiben die Forscher um Ewen Kirkness vom Institute for Genomic Research (TIGR) und um Craig Venter vom Center for Advancement of Genomics (TCAG) in Rockville. Mehrere hundert Genfamilien unterscheiden sich jedoch. So liefere das Pudelgenom mehr Baupläne für Geruchsrezeptoren als das menschliche Genom, dies sei ein Hinweis auf den guten Geruchssinn der Tiere.

Schrotschussmethode

"Für Hunde gibt es medizinische Versorgung und klinische Literatur wie sonst nur für Menschen, mehr als 360 genetische Erkrankungen mit Pendants beim Menschen sind bekannt. Außerdem spielen die Tiere eine wichtige Rolle bei pharmazeutischen Tests und in der Grundlagenforschung zur Gentherapie", erläutert Stephen O'Brien vom National Cancer Institute (Frederick/US-Staat Maryland) in einem Kommentar.

Die Forscher nutzten für ihre Untersuchungen eine weiter entwickelte Schrotschussmethode. Die Erbgutinformation wird dabei in sehr viele Teile zerlegt und die genetische Information anschließend am Computer wieder zusammengesetzt. In dieser Untersuchung wurde das Hundegenom 1,5 Mal sequenziert, was im Vergleich zu anderen Genomstudien relativ wenig ist. (APA/dpa)

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    US-Forscher haben eine grobe Erbgutskizze eines Königspudels vorgelegt.

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