Fortschritte bei Krebsbehandlung

29. September 2003, 19:02
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Früherkennung bleibt bei Brustkrebs wichtigste Gegenstrategie

Wien - Das Wort "Krebs" hat noch immer einen fatalen Beigeschmack. Doch im Gegensatz zu diesem Gefühl sind viele "bösartige" Erkrankungen in den vergangenen Jahren durch die besseren Therapien zu chronischen, also über lange Zeit beherrschbaren, Leiden geworden. Das erklärten am Donnerstag Fachleute bei einer von Pfizer veranstalteten Pressekonferenz in Wien.

Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski, Chef der Onkologie an der Universitätsklinik für Innere Medizin I am Wiener AKH: "Wir sind in der Onkologie in den letzten Jahren einen sehr weiten Weg gegangen. Das reicht vom Angebot sehr wirksamer spezifischer Therapien bis zur Möglichkeit, die Patienten in sehr allgemeiner Weise besser zu betreuen."

Zusammenspiel

Die Beherrschung von Schmerzzuständen, intensivere und gezieltere Krebstherapien selbst und das Abfangen von Nebeneffekten der notwendigen Behandlungen spielen hier zusammen. Hinzu kommt, so die Wiener Blutgerinnungs-Expertin Univ.-Prof. Dr. Ingrid Pabinger-Fasching, auch die Vorbeugung bzw. die Therapie von bei Krebspatienten besonders häufig auftretenden Thrombosen.

Einen der größten Fortschritte hat die Medizin in den vergangenen Jahren in der Behandlung von Brustkrebs gemacht. Die Onkologin und Hämatologin Dr. Irene Kührer vom Wiener AKH: "Mit einer so genannten neoadjuvanten Therapie unmittelbar nach der Diagnose und noch vor der Operation kann der Tumor so weit reduziert werden, dass in 80 Prozent der Fälle die Brust erhalten werden kann. Bei 20 Prozent der so behandelten Frauen ist im Operationspräparat später gar kein Tumorgewebe mehr nachweisbar." Sowohl Chemotherapeutika als auch so genannte Aromatase-Hemmer zur Ausschaltung der Östrogen-Produktion im Organismus können hier eingesetzt werden.

Früherkennung

Bei Brustkrebs bleibt allerdings die Früherkennung die wichtigste Gegenstrategie. Die Ärztin: "Wir haben in Österreich derzeit jährlich mehr als 5.000 Neuerkrankungen. Das ist eine Zunahme um 40 Prozent seit 1983. Die Mortalität ist allerdings um 18 Prozent gesunken. Bei einer Beteiligung von 70 bis 80 Prozent der Frauen an den regelmäßigen Mammographie-Untersuchungen könnte die Sterblichkeit durch Mammakarzinome um 20 Prozent gesenkt werden." Das würde pro Jahr die Rettung weiterer 300 Frauen bedeuten.

Weiterhin das größte Problem bei Krebspatienten sind die oft auftauchenden chronischen Schmerzzustände durch der Grunderkrankung und/oder die Therapie. Univ.-Prof. Dr. Hans Georg Kress von der Klinischen Abteilung für Anästhesie und allgemeine Intensivmedizin B am Wiener AKH: "Die Schmerztherapie kommt nicht am 'Ende'. Schmerz ist häufig bei Tumorerkrankungen. Im Verlauf einer solchen Erkrankung leiden 60 bis 80 Prozent der Tumorpatienten daran." - Hier muss die Therapie möglichst frühzeitig einsetzen, um den Betroffenen von allen Anfang Leid zu ersparen. (APA)

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