"Premiere" stoppt Auslieferung von "tv komplett"

3. Oktober 2003, 14:05
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Branchenkreise erwarten Namensänderung

Nach von der Konkurrenz erwirkten einstweiligen Verfügungen hat der Bezahlsender "Premiere" die Auslieferung seiner neuen Programmzeitschrift "tv komplett" an die Kioske gestoppt. Entgegen den Spekulationen werde "Premiere" nicht weiter ausliefern und damit ein Strafgeld riskieren, hieß es in Branchenkreisen. An die Abonnenten sei das Heft aber schon weitgehend verschickt. Bauer und der Milchstrasse-Verlag hatten bemängelt, dass das TV-Programm entgegen dem Namen nicht vollständig abgebildet wird.

"Premiere" will mit "tv komplett" in den hart umkämpften Markt für Programmzeitschriften einsteigen. Der Großteil der mehr als drei Millionen Erstexemplare wurde an die zuletzt gut 2,6 Millionen "Premiere"-Kunden verschickt, die das Heft anfangs kostenlos erhalten. Der neu gegründete "Premiere"-Verlag will aber auch die übrigen Fernsehzuschauer als Leser gewinnen.

SZ: "tv Premiere komplett"

In Branchenkreisen wird damit gerechnet, dass "Premiere" den Namen der Zeitschrift ändert. Zwar sei "Premiere"-Chef Georg Kofler kampflustig und verärgert über das Vorgehen der Konkurrenz, doch werde nach dem derzeitigen Stand der Dinge die nächste Ausgabe in zwei Wochen wohl nicht mehr als "tv komplett" erscheinen. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) ist der Name "tv Premiere komplett" im Gespräch. Allerdings sind auch andere Varianten in der Diskussion.

Pocketformat

"Premiere" bringt in der Zeitschrift nach eigenen Angaben alle Sender mit mehr als 0,1 Prozent Marktanteil. Nur regionale Programme und Exoten aus dem Ausland fehlten. Das Heft erscheint im so genannten Pocketformat, in dem in letzter Zeit viele Frauenzeitschriften erschienen. Mit "tv komplett" will "Premiere" in erster Linie seine Kunden enger an sich binden. Zudem spart sich der Pay-TV-Anbieter bei den Kunden, die "tv komplett" abonnieren, die Versendung der kostenlosen Programmübersicht. Zudem dürfte "Premiere" hoffen, dass die bestehenden Programmzeitschriften als Reaktion auf die neue Konkurrenz dem Pay-TV-Angebot künftig mehr Raum bieten. (APA/dpa)

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