Indonesien: Zwölf Soldaten wegen Foltervorwürfen vor Gericht

26. September 2003, 19:11
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Armeesprecher: Vergehen werden "ernsthaft" verfolgt

Banda Aceh - Zwölf indonesische Soldaten müssen sich seit Donnerstag wegen des Vorwurfs der Folter von Zivilisten in der Bürgerkriegsprovinz Aceh vor einem Militärgericht verantworten. Die Armeeangehörigen niederer Ränge hatten laut Anklage Einwohner im Norden Acehs während eines Verhörs zusammengeschlagen. Ihnen droht eine Höchststrafe von zwei Jahren und acht Monaten. Der Prozess sei der Beweis, dass das Militär Vergehen von Soldaten ernsthaft verfolge, sagte ein Armeesprecher in der Provinzhauptstadt Banda Aceh.

Die indonesischen Streitkräfte hatten am 19. Mai eine Großoffensive in der Provinz an der Nordspitze Sumatras gegen die Rebellen der Bewegung Freies Aceh (GAM) begonnen. Dabei wurden nach offiziellen Angaben bisher mehr als 900 Aufständische und rund 300 Zivilisten getötet. Die GAM kämpft seit 1976 in der an Öl- und Gasvorkommen reichen Provinz für einen eigenen islamischen Staat. Dem Konflikt sind seither mehr als 12.000 Menschen zum Opfer gefallen. (APA/dpa)

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