USA stellen sich auf Entsendung weiterer Soldaten ein

26. September 2003, 07:19
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Demokraten-Führerin Pelosi: Wiederaufbau wesentlich teurer als von Bush angegeben

Washington - Die USA stellen sich auf die Entsendung weiterer Truppen in den Irak ein. Sollten nicht wie erhofft befreundete Regierungen weitere Soldaten stellen, werden die USA zusätzliche Reservisten und Nationalgardisten in den Irak verlegen, wie Vizegeneralstabschef Peter Pace am Mittwoch (Ortszeit) in Washington sagte. Ende Oktober oder Anfang November solle darüber entschieden werden.

Pace stellte klar, dass die USA der militärischen Unterstützung durch andere Länder den Vorrang geben würden: "Viele Länder reden darüber, und wir hoffen sehr, dass es dazu kommt. Hoffnung alleine reicht aber nicht." Derzeit sind im Irak mehr als 150.000 Soldaten aus über 30 Ländern stationiert, unter ihnen etwa 130.000 US-Soldaten. In den USA sind momentan 170.000 Reservisten und Angehörige der Nationalgarde aktiviert.

Teurer Wiederaufbau

Beim Wiederaufbau des Irak geht die US-Regierung offenbar von Kosten aus, die erheblich über den von Präsident George W. Bush genannten 87 Milliarden Dollar (75,9 Mrd. Euro) liegen. Das Weiße Haus rechne mit weiteren 50 bis 75 Mrd. Dollar über der von Bush genannten Summe, sagte die Fraktionschefin der oppositionellen Demokraten im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, am Mittwoch in Washington. Ein Vertreter des Weißen Hauses habe sie vor zwei Wochen darüber informiert. "Die denken, dass das Geld von unseren Verbündeten kommt und aus Ölgeschäften. Dies wird aber nicht passieren", sagte die Minderheitenführerin.

Die von Bush in einer Rede am 7. September veranschlagte Summe sei ein "Skandal". "Anstelle einer realistischen Planung für den Nachkriegsirak haben wir eine falsche Darstellung der Tatsachen, eine Irreführung der Öffentlichkeit und eine Fehleinschätzung der Risiken." (APA)

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