CIA: Kein Hinweis auf irakische ABC-Waffen

28. September 2003, 11:16
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Suche nach Massen- Vernichtungswaffen laut CIA ohne Ergebnis - Ehemaliger UNO-Waffeninspektor Kay legte vorläufigen Bericht vor

Washington - Die Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak ist einem vorläufigen Bericht des US-Geheimdienstes CIA zufolge bisher ohne Ergebnis geblieben. Dies verlautet am Mittwoch aus Geheimdienstkreisen in Washington. Zu den Hinweisen, die die Suchtrupps im Irak möglicherweise fanden, wurden keine Angaben gemacht. Der Krieg gegen den Irak war von den USA und Großbritannien vor allem damit begründet worden, dass das Regime von Saddam Hussein im Besitz von Massenvernichtungswaffen gewesen sein soll. Beweise für diese Behauptung fehlen bisher.

Entdeckungen der Suchtrupps

Der Bericht wird von David Kay, einem früheren UNO-Waffeninspektor, verfasst. Er arbeitet als CIA-Berater mit Mannschaften im Irak zusammen, die nach Hinweisen auf atomare, biologische oder chemische Waffen, entsprechenden Programmen oder verbotenen Raketen suchen. Wie aus dem Pentagon verlautete, haben die Suchtrupps Dinge entdeckt, die sie als Hinweise auf Vorbereitungen zur geheimen Produktion von chemischen oder biologischen Waffen interpretieren. Dabei stützten sie sich auf gefundene Dokumente und die Aussagen von Irakern.

Zwei Funde im Irak bleiben in ihrer Deutung umstritten: Anhänger, die zur Produktion biologischer Waffen hätten benutzt werden können, und vergrabene Teile aus dem 1991 beendeten irakischen Atomprogramm. Anderen Deutungen in US-Geheimdienstkreisen zufolge dienten die Anhänger zur Herstellung von Wasserstoff für Wetterballons.

"Nur ein vorläufiger Bericht"

Kay will den Bericht CIA-Direktor George Tenet vorlegen. CIA-Sprecher Bill Harlow sagte: "Dies wird nur ein vorläufiger Bericht sein, und wir erwarten nicht, dass er zu festen Ergebnissen kommt oder dass er irgendetwas ausschließt". Die US-Regierung hatte schon in den vergangenen Tagen versucht, die Erwartungen an den Kay-Bericht zu dämpfen.

Eine ranghohe US-Regierungsvertreterin sagte in New York, es sei zu früh, über die Ergebnisse des Berichtes zu sprechen. Die Untersuchungskommission habe ihre Arbeit noch nicht abgeschlossen. Die USA und Großbritannien hatten ihren Angriff auf den Irak in erster Linie mit dem angeblichen irakischen Arsenal an Massenvernichtungswaffen begründet. (APA)

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