Private schaffen Qualität

1. Oktober 2003, 15:03
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Pflegeeinheiten zu groß, sagt Diakonierektor

Linz - "Wenn es zu so tragischen Missständen kommt, muss vorher über Jahre ganz viel passiert sein. Das Pflegepersonal muss überfordert gewesen sein oder den Sinn in der eigenen Arbeit verloren haben. Die Folge sind menschenverachtende Zustände", erklärte Gerhard Gäbler, der Rektor des evangelischen Diakoniewerkes in Oberösterreich, im STANDARD-Gespräch.

Gäbler, der einem gemeinnützigen Verein mit 381 Wohnplätzen und 470 Beschäftigungsplätzen für behinderte Menschen, 271 Wohnplätzen für Senioren und drei Krankenhäusern mit gesamt 308 Betten vorsteht, meint, dass die in Lainz sichtbar gewordene Misere in zu großen Einheiten liege. Nach den seinerzeitigen Mordfällen in Lainz "den Betrieb trotz allem als Großbetrieb mit rund 7000 Betten weiterzuführen war und ist völlig unverständlich. In Zimmern mit bis zu sieben Menschen geht eine einzelne Persönlichkeit sehr leicht unter."

Er setzt auf mehr private Konkurrenz zur Stärkung der Pflegequalität. Derzeit seien nur zehn Prozent der 700 Einrichtungen in Österreich nicht unter öffentlicher Verwaltung. (mro/DER STANDARD, Printausgabe 25.09.2003)

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