Wenn nicht Qualität, dann eben Sex

1. Oktober 2003, 10:18
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Ergebnisse der Auktionen "im Kinsky"

Wien - Zum Auftakt der Herbstsaison lockten "im Kinsky" Anfang dieser Woche mit rund 270 Kunstobjekten aus dem niedrigen Preissegment. Die Gemälde, Antiquitäten, Arbeiten aus der Zeit des Jugendstils und Zeitgenössische Kunst ließen im Vorfeld auf ein beachtliches Einnahmen-"Sümmchen" hoffen, einzig ließ sich der Gesamtschätzwert (606.000 €) verkaufstechnisch (52 Prozent) nur bedingt realisieren - nach Wert nur zu 46 Prozent. Immerhin lag die Summe der Meistbote am Dienstagabend mit fast 176.000 Euro um gute 34 Prozent höher als der gesamte Mindestverkaufspreis (Preise in Klammern).

Sex sells - frei nach diesen Motto schnellten die Gebote für eine erotische Szene von Alfons Walde auf 3200 Euro (1500) und für einen Rückenakt einer Sitzenden von Ludwig Heinrich Jungnickel auf 4000 Euro (1000). Auch für Idyllisches hinterlegte das Publikum mehr als den Verkehrswert: etwa für das Bergmotiv "Drei Zinnen" von Gottfried Seelos stolze 2800 (500) oder für Defreggers Dämmerung 4500 (2000) Euro.

Aus dem Bereich angewandter Kunst des Jugendstils konnten nur für einige Stücke Preise im Bereich der Schätzwerte platziert werden. Etwa bei einer Lötz-Vase von Leopold Bauer, die bei 2500 (1200) Euro, und einer bronzenen Tänzerin, die bei 1200 (500) Euro den Besitzer wechselten. Mehr Zuspruch fand das Kunstgewerbe, wo 2800 (1000) Euro für ein sechsteiliges Besteck sowie 3000 Euro für eine Bilderuhr zu den höchsten Zuschlägen gehörte.

Insgesamt zeigt sich Otto-Hans Ressler über das Ergebnis dennoch recht zufrieden und versichert, "über die Idee des neuen Auktionsmagazins statt des üblichen Katalogs" - es wurde zusätzlich dem Magazin "Parnass" und dem STANDARD beigelegt - "konnten wir viele neue Käufer und Interessenten gewinnen".
(DER STANDARD, Printausgabe, 25.9.2003)

Von
Olga Kronsteiner
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