Weniger Beamte, mehr Tätigkeiten

29. September 2003, 21:52
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Die Bundesimmobilien werden neu strukturiert - Alle marktfähigen Liegenschaften sollen in eine AG eingebracht werden

Wien - Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) hat sich und ihrer defizitären Hausverwaltungstochter IMB eine neue Struktur verpasst. Bei der BIG bleiben alle strategischen Entscheidungen, die Wettbewerbe und Architekturfragen, sie fungiert quasi als Holding. Neu aufgebaut wird die Projektentwicklung für private Investoren.

IMB-Verluste sollen verringert werden

Teil der Gesamtreform ist es auch, dass alle marktfähigen Liegenschaften wie die Büros der Ministerien oder Finanzämter in den nächsten zwei Jahren in eine AG eingebracht werden, mit dem Ziel, private Investoren daran zu beteiligen. Immerhin kämen dafür fast 20 Prozent des gesamten Liegenschaftsportfolios infrage, sagte BIG-Vorstand Christoph Stadlhuber im Gespräch mit dem Standard.

Um alle operativen Tätigkeiten rund um die Liegenschaftsverwaltung kümmert sich künftig die IMB allein. Ziel der Reform ist es, den IMB-Verlust von derzeit jährlich sieben Mio. Euro bis 2005 wegzubringen. Ein wesentlicher Punkt ist, die Zahl der Mitarbeiter (vor allem Beamte und Vertragsbedienstete) bis Ende 2004 von derzeit 720 auf 650 zu reduzieren, worüber mit dem Betriebsrat bereits Einvernehmen erzielt wurde, kündigten Stadlhuber und IMB-Chefin Michaela Steinacker an. 75 Beamte wurden bereits im Laufe des Jahres pensioniert. In Summe können durch die Personalmaßnahmen sechs Mio. Euro eingespart werden.

Vier Sparten

BIG und IMB werden sich künftig auf vier Sparten konzentrieren. So wird die Hausverwaltung und die Instandsetzung für die 5000 Liegenschaften mit 7,2 Mio. m² Nutzfläche nun ausschließlich von der IMB gemacht. Gleiches gilt für den Neubau und die Generalsanierung. Neu aufgebaut wird der Bereich Facility Management.

In den nächsten zwei Wochen erfolgt die Ausschreibung für den Verkauf der letzten 3680 BIG-Wohnungen in Österreich. Gesucht wird ein Investor für alle Wohnungen oder ein Investor je Bundesland. Als Verkaufserlös werden mehr als 100 Mio. Euro erwartet. Zwar liegt die Durchschnittsmiete derzeit nur bei zwei Euro/m² liegt, jedoch kann der neue Investor bei Neuvermietung die Miete anheben. Außerdem ist ein Teil der Liegenschaften nur locker verbaut und kann ausgebaut werden. Alle BIG-Wohnungen sind zudem lastenfrei. (Claudia Ruff, DER STANDARD Print-Ausgabe, 24.9.2003)

  • Neuer Plan für die Bundesimmobilien.
    montage: derstandard.at

    Neuer Plan für die Bundesimmobilien.

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