Privatisierung von Wohnungen droht "Pulverisierung"

28. September 2003, 20:02
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Bescheid könnte geplanten Verkauf von fünf ehemals gemeinnützigen Gesellschaften kippen

Wien - Ein Bescheid des Wiener Magistrats könnte die geplante Privatisierung von fünf ehemals gemeinnützigen Bundeswohnbaugesellschaften zumindest verzögern: Durch die Entscheidung wird die Gesellschaft, die sich zu einem Bruchteil eines Prozentpunkts noch in der Hand eines nicht-staatlichen Eigentümers befindet, für "gemeinnützig" erklärt, berichtet die Info-Illustrierte "News" in ihrer am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Dadurch, so die Einschätzung des Magazins, könnte die Privatisierung der 60.000 Wohnungen "pulverisiert" werden.

Gemeinnützigkeit aberkannt

Um besser verkaufen zu können, hatte der Bund den Gesellschaften 2001 die Gemeinnützigkeit aberkannt - und zwar jenen Gesellschaften, die sich zu 100 Prozent im Eigentum der Republik befinden. Dies sei bei der Eisenbahner-Wohnbaugesellschaft WBG aber nicht der Fall, heißt es nun. Gemeinnützige Gesellschaften können selbst nur an gemeinnützige Gesellschaften verkauft werden.

Ob der Bescheid den Verkauf tatsächlich gefährdet, scheint freilich fraglich: Auf die WBG entfallen lediglich gut 4.000 der 60.000 zum Verkauf stehenden Wohnungen. Die Angebotsfrist für die Wohnbaugesellschaften läuft noch bis Ende September.

Finanzministerium prüft

Das Finanzministerium hält die geplante Wohnungsprivatisierung "aus heutiger Sicht nicht für gefährdet". Dies erklärte ein Sprecher des Finanzministeriums am Mittwoch in einer Reaktion auf einen Bescheid des Magistrats Wien, der den Verkaufsprozess verzögern könnte. Die Fachleute des Hauses müssten den Bescheid, der noch nicht einmal zugestellt sei, vor einer endgültigen Bewertung noch genauer prüfen. Das mit der Durchführung der Privatisierung betraute Investmenthaus Lehman Brothers lehnte es am Mittwoch ab, dazu Stellung zu nehmen. (APA)

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