SJÖ für bundesweite Wahlaltersenkung

24. September 2003, 19:15
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"Jugendliche können ab 16 arbeiten, also sollen sie auch wählen dürfen"

Wien - Andreas Kollross, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend Österreich (SJÖ), forderte anlässlich des Antrags zur Wahlalteränderung in der Parlamentssitzung am Mittwoch die bundesweite Wahlaltersenkung. "Wir begrüßen es, dass der von der Regierung selbst verursachte 'Murks' nun rückgängig gemacht wurde und eine Erweiterung des Kreises wahlberechtigter junger Menschen stattgefunden hat. Uns geht dieser Antrag aber nicht weit genug. Ziel muss eine Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre sein", so Kollross gegenüber dem Pressedienst der SPÖ.

Für Kollross gibt es keine vernünftigen Argumente, die gegen eine Senkung sprechen: "Jugendliche können ab 16 arbeiten, also sollen sie auch wählen dürfen. Die hohe Beteiligung Jugendlicher an den Wahlen im Burgenland hat gezeigt, dass unter den Jugendlichen das Interesse und der Bedarf daran besteht. Anstatt Skurrilitäten wie das Familienwahlrecht anzudiskutieren, sollten seriöse Formen der Mitbestimmung Jugendlicher in Betracht gezogen werden. Erst durch die Wahlaltersenkung wird die Politik sich auch stärker den Belangen junger Menschen widmen."

Kollross prangert die "Scheinheiligkeit der Bundesregierung" an, die permanent beteuert, Politik für die Jungen zu machen, während sie auf deren Meinung offensichtlich verzichten kann. "Wie sonst ist die Ablehnung der ÖVP gegenüber der bundesweiten Wahlaltersenkung zu erklären? Es fällt ihr offensichtlich schwer, Worte und Taten in Einklang zu bringen. Mit der Wahlaltersenkung ist es für die Jugend möglich, die Politik für ihre Handlungen in die Pflicht zu nehmen. Deswegen gibt es außer der Wahlaltersenkung auch keine demokratische Alternative", so Kollross abschließend. (red)

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