50.000 australische Schafe auf Asylsuche

1. Oktober 2003, 09:50
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Seit Wochen mit Schiff unterwegs - Tiere mit angeblicher Milben-Infektion will niemand haben

Sydney - Zur Rettung von 50.000 Schafen, die auf einer Irrfahrt im Persischen Golf unterwegs sind, verhandelt die australische Regierung mit einem Dutzend Ländern über ein Asyl. Australiens Landwirtschaftsminister Warren Truss sagte am Mittwoch in Sydney, es gebe "verschiedene Optionen", und er sei zuversichtlich, dass eine zufrieden stellende Lösung gefunden werde. Die Tiere hatten Australien am 5. August verlassen und sollten nach Saudiarabien gebracht werden. Die dortigen Behörden verweigerten die Annahme der Tiere aber, weil angeblich zu viele Tiere die Krätze hatten. Mittlerweile sind 4.000 Schafe an Bord verendet.

Schafe mit Schiff unterwegs

Nicht zuletzt die französische Tierschützerin Brigitte Bardot brachte ihre große Empörung darüber zum Ausdruck. Landwirtschaftsminsiter Truss wies darauf hin, dass die Angelegenheit ausgesprochen vielschichtig sei. Die Schafe befänden sich im Besitz einer saudiarabischen Importgesellschaft auf einem niederländischen Schiff, das unter philippinischer Flagge fahre - und dies alles tausende von Kilometern von Australien entfernt.

Behauptung von Krätze sei unwahr

Ein australischer Veterinär widersprach zwar der Behauptung Saudiarabiens, dass ein großer Teil der Tiere sich mit Milben infiziert habe. Trotzdem fand sich bisher niemand, der die Schafe haben wollte, nicht einmal geschenkt. Aus Protest stellte Australien mittlerweile weitere Lieferungen von Lebendtieren in den arabischen Raum ein - seine wichtigste Abnehmerregion. (APA/AFP)

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    Wohin mit den Schafen? Derzeit sind sie auf einem niederländischen Schiff tausende Kilometer von Australien entfernt.

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