Bürger sollen fit für e-Government werden

29. September 2003, 10:17
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OCG lud Experten ein - Weiterbildung und Einbeziehung der Bürger im Vordergrund der Entwicklungen

Die Österreichische Computer Gesellschaft (OCG) will Bürger, Wirtschaft und Staat fit im Umgang mit modernen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) machen. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch wurden Projekte und Initiativen zu e-Government in Österreich vorgestellt.

Wechselwirkung

Die Donau-Universität Krems bietet etwa einen Lehrgang an, mit dem Entwickler von Projekten im e-Government ausgebildet werden sollen. Lehrgangsleiter Peter Parycek arbeitet auch mit der Privatwirtschaft zusammen. Günther Lauer, Leiter des Bereiches Öffentliche Verwaltung bei Unisys Österreich, erklärte, dass auch Unternehmen aus der Privatwirtschaft großen Nutzen aus der Wechselwirkung mit der Lehre ziehen können. Von beiden Seiten wird großer Wert darauf gelegt, den Menschen in den Mittelpunkt der technischen Entwicklungen zu sehen. "Es nützt nichts, wenn wir die besten Anwendungen haben", betonte Parycek - die Bürger müssten die Angebote auch nützen und umsetzen können.

eFit

Die Initiativen des Bildungsministeriums zu e-Government stellte Thomas Menzel vor. Unter dem Rahmenprogramm eFit sind verschiedene Initiativen zusammengefasst. So können etwa Anträge für Stipendien auch elektronisch eingebracht werden, das Projekt "Schulbuch extra" ermöglicht einerseits online Bestellung von Schulbüchern, aber auch zusätzliche Inhalte werden elektronisch zur Verfügung gestellt. Das Internet-Portal http://www.bildung.at bietet online Bildungsmöglichkeiten aller Art eine Plattform.

Vieldiskutierte Bürgerkarte

Die vieldiskutierte Bürgerkarte mit Signatur soll die Identifikation und Sicherheit bei Kontakten mit Behörden im Netz möglich machen. Verbreitet werden soll die Karte nicht hoheitlich vom Staat, denn auf jede Chipkarte lassen sich Bürgerkarten-Funktionen speichern, erklärte Ignaz Gritschenberger von der Stabsstelle IKT des Bundeskanzleramtes. So sollen unter anderem Bankomat-, Sozialversicherungs- und Studentenkarten bald als Bürgerkarten verwendet werden können. Wer die Zusatzfunktion bezahlt, sei nicht einheitlich vereinbart und komme auf die Ausgabestelle an, so Gritschenberger.

Personen mit ganz neuen Fähigkeiten

Auf das gewandelte Berufsbild des Beamten ging Johann Günther, Vizepräsident der Donau-Universität Krems, ein. Es würden Personen mit ganz neuen Fähigkeiten benötigt, etwa um Bürger im elektronischen Kontakt mit Ämtern zu schulen und weiter zu helfen. Günthers Vorschlag lautet, bestehende Beamte in einer berufsbegleitenden Ausbildung umzuschulen und auch diesen damit neue Perspektiven zu eröffnen. "Eine Neuausrichtung tut eigentlich jedem gut", meinte Günther.

"Der Focus war lange darauf, technische Entwicklungen voranzutreiben", resümierte Maria Wimmer, die stellvertretende Leiterin des Forums e-Government der OCG, aber mittlerweile beschäftige man sich hauptsächlich damit, wie auch die Bürger mit der Technik mitziehen können. "E-Government soll als Serviceleistung angeboten werden und 'digital divide' vermindern", meinte Menzel.(APA)

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