Regieverband geht auf Distanz zu neuer Diagonale-Führung
Wien - Der österreichische Regieverband (Austrian Directors'
Association, ADA) wird bei der Diagonale 2004 anders als in den
vorangegangenen Jahren keine Rahmenveranstaltung organisieren und
auch den von der ADA initiierten Preis für den besten
TV-Dokumentarfilm bis auf weiteres aussetzen, teilte der Vorstand des
Verbands am Mittwoch in einer Aussendung mit.
Dieser will
damit, so wie die Mehrheit der Mitglieder, "ein deutliches Zeichen
gegen die unverständliche vordergründig politische Vorgangsweise im
Zusammenhang mit der Diagonale" setzen. Ein Boykott der Diagonale
bleibe der Entscheidung einzelner Mitglieder überlassen.
Mehraufwand für "Neuerfindung"
Bis heute sei es dem neuen Team trotz mehrmaligen Anlaufs nicht
gelungen, ein fundiertes Konzept mit solider Finanzierungsbasis
vorzulegen, so die Aussendung. Es gebe berechtigten Grund zur
Annahme, dass der Teamwechsel inhaltlich eine Richtung vorgebe, die
nicht im Interesse des österreichischen Films liege.
Darüber hinaus sei zu befürchten, dass der erhebliche finanzielle
Mehraufwand, den die "Neuerfindung" der Diagonale verschlinge, zu
Lasten der Fördermittel für die Produktion gehe. Insbesondere wird in
diesem Zusammenhang der neue, mit 250.000 Euro höchstdotierte
Filmpreis Europas ("Sunrise Austria Award") genannt. "Da frisst der
Esel sein eigenes Gold, bevor er es noch ausgeben konnte," so der
ADA-Text. (APA)