Die Kehrseite der Suche nach neuen Arzneien

29. September 2003, 13:03
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Gesellschaft für bedrohte Völker beklagt "Biopiraterie" und Ausbeutung indigener Bevölkerungen

Wien - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert ein Ende der "Biopiraterie" im Amazonasgebiet. Laut einer Aussendung von heute, Mittwoch, suchten Pharmakonzerne unter dem Vorwand, auf der Suche nach einem Mittel gegen Aids zu sein, den Regenwald nach nützlichen Pflanzen und Tieren ab und betrieben so ohne offizielle Genehmigung Raubbau. "Wir haben es hier mit einer neuen Form der Ausbeutung indigener Völker zu tun", so die Organisation.

"Die Konzerne ziehen Nutzen aus dem Wissen und den reichhaltigen natürlichen Ressourcen der Ureinwohner der Regenwälder Ecuadors, Boliviens, Venezuelas, Brasiliens, Kolumbiens und Perus", hieß es weiter. Pilze, Tiere, Samen und Pflanzen würden von Händlern in die Laboratorien geschickt. Die daraus gewonnenen Produkte ließen sich die Pharmafirmen anschließend patentieren. Studien zufolge verlören die Regionen auf diese Weise jährlich mehr als 8,72 Millionen Euro.

Die GfbV fordert nun das Ende von Patentierungen lebender Organismen aus dem Amazonasgebiet sowie die Einhaltung des Übereinkommens über die biologische Vielfalt, das 1992 auf dem UN-Umweltgipfel beschlossen wurde. (APA)

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