Gehörlosigkeit durch soziale Missstände

28. September 2003, 12:00
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Menschen in armen Ländern haben ein zehnfach höheres Risiko von Hörschäden

Bensheim - Menschen in armen Ländern haben nach Expertenangaben ein zehnfach höheres Risiko, das Gehör zu verlieren, als Menschen in Industriestaaten. Insgesamt litten 250 Millionen Menschen weltweit unter Hörschäden, 70 Millionen seien nahezu vollständig gehörlos, teilte die Christoffel Blindenmission in Bensheim im deutschen Bundesland Hessen am Mittwoch mit. Am Samstag (27. 9.) ist Welttag der Gehörlosen.

In ärmeren Ländern seien immer häufiger Jüngere hörbehindert - oft in Folge mangelnder medizinischer Versorgung. Mögliche Ursache seien eine unbehandelte Mittelohrentzündung, eine Hirnhautentzündung oder Röteln der Mutter in der Schwangerschaft. "In vielen Fällen kann eine rechtzeitige Behandlung den Hörverlust stoppen." Die Blindenmission unterstützt nach eigenen Angaben Projekte in Entwicklungsländern, in denen im vergangenen Jahr 32.000 Hörgeschädigte betreut worden seien. (APA/dpa)

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