Kinder verringern Frauen-Einkommen

24. September 2003, 13:47
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Laut WIFO-Studie um 42 Prozent pro Jahr - Verdienstentgang gegenüber kinderlosen Frauen auch langfristig nicht einholbar

Wien - Kinder kommen teuer: Der Verdienstentgang von Frauen beträgt durch die Kinderbetreuung - je nach Kinderzahl und Erwerbstätigkeit der Mutter - bis zum 17. Lebensjahr des Kindes zwischen 107.000 und 220.000 Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts, die im Monatsbericht September publiziert ist. Am höchsten sind die Einkommenseinbußen der Frauen, wenn das Kind noch sehr klein ist. Der Einkommensrückstand gegenüber kinderlosen Frauen liegt dann bei knapp 76 Prozent.

Unaufholbar

Der Verdienstentgang sinkt zwar mit zunehmenden Alter des Kindes, er kann aber langfristig nicht aufgeholt werden, heißt es in der Studie. Selbst wenn das Kind bereits 24 Jahre alt ist, beträgt der durchschnittliche Einkommensrückstand seit der Geburt des Kindes gegenüber gleich gut qualifizierten und gleichaltrigen kinderlosen Frauen rund 42 Prozent pro Jahr. Verantwortlich dafür seien "Schwierigkeiten des Wiedereinstiegs, Teilzeitarbeit bei geringeren Mehrleistungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen".

Bei erwerbstätigen Frauen beträgt der Einkommensausfall bis zum 17. Lebensjahr des jüngsten Kindes kumuliert zwischen 106.829 Euro (ein Kind) und 131.538 Euro (drei Kinder). Bei nicht-erwerbstätigen Frauen liegen die Einkommenseinbußen sogar zwischen 210.024 Euro (drei Kinder) und 223.832 Euro (ein Kind).

Faktor Bildung

Interessant sind auch die Unterschiede nach Bildung: Pflichtschulabgängerinnen und Akademikerinnen verzeichnen demnach einen niedrigeren Verdienstrückgang als Frauen, die eine Lehre bzw. eine mittlere oder höhere Schule absolviert haben. Bei ersterer Gruppe macht das WIFO die "niedrigeren hypothetischen Verdienstchancen" verantwortlich. Bei den Akademikerinnen sind die geringeren Einkommensverluste darauf zurückzuführen, dass sie ihre Erwerbstätigkeit viel weniger einschränken.

Männereinkommen unabhängig von Kinderzahl

Errechnet wurde auch die durchschnittliche Arbeitszeit. Bei unselbstständig beschäftigten Frauen liegt sie durchschnittlich bei 35 Wochenstunden, kinderlose Unselbstständige kommen dagegen auf 37 Stunden. Nach der Geburt des ersten Kindes verringert sich die Arbeitszeit auf 33,5 Stunden, nach dem zweiten Kind auf 33 Wochenstunden. Männer ohne Kinder arbeiten im Durchschnitt 42 Stunden. Wenn ein Kind im Haushalt ist, verringert sich die Arbeitszeit um lediglich eine halbe Stunde - und zwar unabhängig von der Kinderanzahl. (APA)

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    Die neuesten WIFO-Zahlen bestätigen: Beruf und Familie sind für Frauen unvereinbar
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