Risiko-Stoff MDGN in Wien in Putzmitteln nicht akzeptiert

5. Oktober 2003, 21:13
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Greenpeace fordert Gesundheitsministerin Rauch-Kallat zum Handeln auf

Wien - Die Umweltorganisation Greenpeace fordert den Kosmetikriesen Johnson & Johnson auf, sich ein Beispiel an der Stadt Wien zu nehmen. Die Verwaltung der Bundeshauptstadt akzeptiert in ihrer Einkaufspolitik keine Putzmittel, die den in Penaten "Baby Pflegecreme Gesicht und Körper" von Greenpeace entdeckten Risiko-Stoff MDGN enthalten. Bereits 1998 wurden MDGN und andere halogenierte Konservierungsstoffe bei einer Ausschreibung des Wiener Krankenanstaltenverbundes ausgeschlossen.

"Gipfel der Verantwortungslosigkeit"

Greenpeace Chemiker Herwig Schuster: "Die Stadt Wien hält es nicht für vertretbar, Mensch und Umwelt mit MDGN über Putzmittel in Berührung zu bringen. Johnson & Johnson meint offenbar, Babys könnten dem Stoff durchaus ein weiteres halbes Jahr lang ausgesetzt werden. Das ist der Gipfel der Verantwortungslosigkeit." Johnson & Johnson hatte bekannt gegeben, dass die Rezeptur von Penaten "Baby Pflegecreme Gesicht und Körper" erst in einem halben Jahr geändert werden soll. Gesundheitsministerin Rauch-Kallat, die ein sofortiges nationales Verbot erlassen könnte, hüllt sich in Schweigen.

Rauch-Kallat gefordert

Greenpeace fordert Wien und die anderen Bundesländer auf, Resolutionen mit der Aufforderung an Rauch-Kallat zu richten endlich zu handeln. Die Gesundheitsministerin hat bei Gefahr im Verzug die Möglichkeit, ein nationales Verbot für gesundheitsgefährdende Stoffe zu erlassen. Schuster: "Die österreichischen Bundesländer müssen ihre Einkaufsrichtlinien ausweiten. In Krankenanstalten, Kindergärten und Schulen dürfen keine Körperpflegeprodukte mit Risiko-Chemikalien eingesetzt werden."

Dermatitis-Verursacher

Die Chlorverbindung Triclosan reichert sich im menschlichen Gewebe an und ist sogar in Muttermilch nachweisbar. Die verbreitete Anwendung hat nachweislich zur Bildung resistenter Keime geführt. Methyldibromo Glutaronitril (MDGN) gilt als der am häufigsten Kontaktdermatitis verursachende Konservierungsstoff. Laut Greenpeace-Untersuchungen beträgt die Konzentration von MDGN in "Penaten Baby Pflegecreme Gesicht und Körper" ca. 0,3 mg pro Gramm. Laut einer dänischen Studie können schon 0,15 mg pro Gramm Allergien auslösen. (red)

Eine Liste mit belasteten und "sauberen" Produkten finden Sie auf der Homepage von Greenpeace.
Konsumenten können sich am Info-Telefon unter 0662-657777 weitere Informationen holen.
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