Großbritanniens ältester Friedhof über 10.000 Jahre alt

23. September 2003, 18:09
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Entdeckung lässt Rückschlüsse auf Steinzeitmenschen zu: sie waren klein, kämpften mit Kinderkrankheiten und benutzten Zahnstocher

London - In einer Höhle im Südwesten Großbritanniens sind die bisher ältesten menschlichen Skelette des Landes gefunden worden, wie Wissenschafter der Denkmalpflegeorganisation English Heritage am Dienstag bekannt gaben. Die Aveline Höhle sei der älteste Friedhof des Landes, das Alter der Knochen schätzten die Forscher nach einer Radiokarbonmessung auf 10.200 bis 10.400 Jahre.

Rückschlüsse auf Gesundheit und Ernährung

Der Fund in der Aveline Höhle, die in der Nähe von Burrington Combe liegt, sei der bisher größte aus dem mittleren Steinzeitalter in Großbritannien und die Höhle eine der bedeutendsten steinzeitlichen Grabstätten in Europa, teilte die Organisation mit. Mit der Analyse der gefundenen Knochen und Zähne können die Fachleute Rückschlüsse auf die Gesundheit und Ernährung sowie die Lebensweise der Steinzeit-Menschen ziehen.

Nach ersten Ergebnissen waren die Menschen damals relativ klein (rund 1,52 Meter), leicht und wurden nicht sehr alt. Hungerperioden konnten die Forscher ebenfalls nachweisen, ebenso chronische Krankheiten bei Kindern. Zudem stellten die Wissenschafter fest, dass die Steinzeit-Menschen offenbar eine Art Zahnstocher verwendeten, um Essensrückstände aus ihren Zähnen zu entfernen. (APA/AP)

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