Vorwürfe gegen Wiener AKH

26. September 2003, 18:50
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Wundgelegene Patienten erhielten Schadenersatz - Pilz: "Gefährliche Pflege"

Wien - Von neuen Pflegemissständen in Wien hat am Dienstag das Radio-"Journal um 5" des ORF berichtet. Im Wiener AKH seien zwei Patienten nach einer Operation so schlecht versorgt worden, dass sie bis auf die Knochen wund gelegen seien, hieß es unter Berufung auf ein Gutachten. Der ärztliche Direktor des AKH, Reinhard Krepler, bestätigte, dass den Patienten Schadenersatz bezahlt worden sei.

Die zentralen Vorwürfe des nicht näher bezeichneten Gutachtens richten sich gegen die Stadt Wien als Spitalserhalter. Diese hätte die erforderlichen Mindestpersonalressourcen nicht bereitgestellt. Die Gesundheitssprecherin der Wiener Grünen, Sigrid Pilz, sprach von "gefährlicher Pflege". Schuld seien jene, die solche Verhältnisse duldeten und politisch verantworteten.

Von Seiten der damit angesprochenen Gesundheitsstadträtin Elisabeth Pittermann (S) hieß es, Schadenersatzfälle würden nie zu ihr vordringen.

"Kunstfehler"

Ein Patient, aufgrund eines Unfalls querschnittsgelähmt, hatte wegen vernachlässigter Pflege sechs gefährliche Wundliege-Geschwüre bekommen. Nachdem er in ein anderes Spital verlegt worden war, musste ihm ein Hautlappen über eine offen Wunde genäht werden, berichtete Pilz. Bei einem zweiten Patienten sei ein Geschwür im Gesäßrückenbereich nach einer Beinamputation "übersehen" worden. In beiden Fällen hat das AKH nach dem Gutachten Schadenersatz bezahlt.

Schwächen in der Dokumentation und den Krankengeschichten

Krepler räumte ein, dass Schwächen in der Dokumentation und den Krankengeschichten aufgezeigt worden seien. Er gab sich aber überzeugt, dass die Patienten mehr Leistungen erhalten hätten, als dokumentiert sei. (APA)

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