Italien: Euroschein gegen Inflation

7. Oktober 2003, 12:07
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Finanzminister Tremonti: Viele Landsleute glauben, dass Münzen wenig wert sind - Parlamentarier plädieren für Ersatz der großen Münzen

Rom - Parlamentarier der Regierungskoalition von Silvio Berlusconi drängen darauf, dass Italien sich in der EU für die Einführung von Ein- und Zwei-Euroscheinen einsetzt. Diese sollen die Münzen ersetzen, hieß es am Dienstag in einem Antrag zu einem Anti-Inflationspaket, das derzeit vom Parlament in Rom diskutiert wird.

Finanzminister Giulio Tremonti hatte unlängst erklärt, dass die Einführung der Euro-Münzen ein Fehler gewesen sei, denn viele Italiener seien der Auffassung, dass die Münzen wenig wert seien. Mit großer Mehrheit unterstützt auch Italiens Handel die Vorschläge zur Herausgabe einer Ein- und Zwei-Euro-Banknote nach dem Vorbild des US-Dollar.

Konsumbremse

"Ein beträchtlicher Teil der Kunden hat nach wie vor Probleme mit der Handhabung des Euro. Viele Konsumenten haben noch kein Gefühl für die Wertigkeit des Euro entwickelt", betonte ein Sprecher des Kaufleute-Verbands Confcommercio. Außerdem glauben die Kaufleute, dass die Einführung des Euro-Bargeldes - "mit allen ihren Begleiterscheinungen" - zumindest zum Teil mitverantwortlich für die Zurückhaltung beim Konsum ist.

In Italien ist eine heftige Debatte rund um die zunehmende Inflation im Gang, die nach Angaben des nationalen Statistikamts Istat im September voraussichtlich auf 2,9 Prozent klettern wird. Vergangene Woche hatten Verbraucherorganisationen einen Konsum-Boykott organisiert, dem sich den Organisatoren zufolge 40 Prozent der Italiener angeschlossen haben. (APA)

  • Der italienische Designer Antonio Caraffa gewann mit seinem Entwurf die Ausschreibung von banconote.it

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