Lobau-Tunnel wackelt - Tendenz geht Richtung Brücke

30. September 2003, 15:09
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Stadt Wien eher für Tunnel - ÖSAG prüft noch - Vorentscheidung bis Jahresende erwartet

Der umstrittene Untertunnelung der Lobau im Zuge der Errichtung eines Umfahrungsrings um Wien wackelt. Stattdessen wird nun der Bau einer "eingehausten" Brücke geprüft. Eine Vorentscheidung soll Ende diese Jahres fallen.

Laut einem Bericht des "Kurier" (Dienstagausgabe) soll der geplante Bau von zwei Tunnelröhren mit jeweils drei Spuren technisch nicht möglich sein. Bei der Österreichischen Schnellstraßen AG (ÖSAG), die derzeit die Varianten für eine sechste Donauquerung prüft, wies man dies am Dienstag zurück. Dass ein Tunnel technisch nicht möglich sei, könne man "so nicht stehen lassen". "An der Gerätschaft soll der Tunnel nicht scheitern", sagte ÖSAG-Sprecherin Anita Oberholzer am Dienstag auf APA-Anfrage. Dennoch bestätigte sie aber, dass es eine "leichte Tendenz in Richtung Brücke" gebe.

Rathaus wünscht Tunnel-Variante

Im Wiener Rathaus wünscht man sich "nach Möglichkeit" die Tunnel-Variante, so ein Sprecher von Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker (S) zur APA: "Wir halten das aus Gründen des Lärm- und Umweltschutzes für die beste Lösung. Wenn es aus geologischen Gründen aber nicht geht, versteifen wir uns nicht darauf."

Wichtig sei, dass nicht der Preis allein den Ausschlag geben dürfe: "Wenn der Tunnel teurer, aber die bessere Lösung ist, dann sind wir für den Tunnel." Entschieden sei in der Frage ob Brücke oder Donautunnel noch nichts, und auch der weitere Verlauf der Nordostumfahrung samt Lobauquerung müsse noch endgültig fixiert werden, so der Schicker-Sprecher.

Prüfung

Die ÖSAG prüfe derzeit, welche Variante "sowohl aus ökologischer, als auch aus ökonomischer Sicht die sinnvollste" sei. Auch die Zahl möglichen Trassen soll dabei eingeschränkt werden. Bis Jahresende soll die Prüfung laut ÖSAG abgeschlossen sein. (APA)

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