Mobilkom hat kein Interesse mehr an UMTS in Slowenien

5. Oktober 2003, 10:29
posten

Tochter Si.Mobil will bei Neuausschreibung der UMTS-Lizenzen nicht mehr teilnehmen - Lizenz zu teuer - Mobitel startet UMTS

Die Mobilkom Austria, Mobilfunktochter der börsenotierten Telekom Austria (TA), hat ihr Interesse an einer UMTS-Lizenz in Slowenien verloren. Die UMTS-Lizenzen in Slowenien sollen zwar demnächst erneut neu ausgeschrieben werden. Die slowenische Mobilkom-Tochter Si.Mobil werde sich an der Ausschreibung aber nicht beteiligen, erklärte Mobilkom-Sprecherin Elisabeth Mattes am Dienstag auf Anfrage. Als Grund nennt die Mobilkom überhöhte Lizenzkosten und, dass EU-Vorgaben zur Marktöffnung immer noch nicht beachtet würden.

Nicht "gerechnet"

Man habe den Business-Case geprüft und festgestellt, dass sich UMTS in Slowenien "zu diesem Preis nicht rechnet", betonte Mattes. Mit der staatlichen Mobitel, die nach wie vor 70 Prozent des Mobilfunkmarktes kontrolliere, gebe es in Slowenien immer noch einen dominanten Monopolisten und auf der anderen Seite nach wie vor keinen effektiven Regulator. Slowenien sei "trotz des bevorstehenden EU-Beitritts nicht bereit, europäische Standards zu akzeptieren". Unter diesen Rahmenbedingungen seien UMTS und andere größere Investitionen in Slowenien für die Mobilkom kein Thema, betonte Mattes.

"Verträglich"

Weitaus besser sieht es laut Mobilkom in Kroatien aus. Dort dürfte der "Preis verträglich" sein, die dortige Tochter VIPnet bereite sich bereits auf den Wettbewerb vor, sagt die Sprecherin. Mit einer Ausschreibung ist in Kroatien laut Mobilkom aber erst im ersten Quartal 2004 zu rechnen.

In Slowenien sind drei UMTS-Lizenzen bereits zwei Mal ausgeschrieben worden. Schon bei den ersten UMTS-Ausschreibung hatte Si.Mobil, die derzeit einen Marktanteil von 23,9 Prozent hält, auf Grund "exorbitant hoher Kosten" nicht teilgenommen.

Mobitel startet UMTS

Lediglich die Mobitel hat bisher für rund 100 Mio. Euro eine UMTS-Lizenz erworben. Am Dienstag hat der größte slowenische Mobilfunkanbieter in Laibach seinen UMTS-Start verkündet. Da in Slowenien derzeit noch immer zu wenig brauchbare Geräte vorhanden sind, mit denen die neue Anwendungen und Services benutzt werden können, will das Unternehmen aber erst im Spätherbst mit einer Werbeoffensive beginnen. (APA)

  • Mobilkom-Chef Boris Nemsic

    Mobilkom-Chef Boris Nemsic

Share if you care.