Welteke: Wirtschaftsprobleme erfordern Zusammenarbeit

30. September 2003, 09:27
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"Globale ökonomische Probleme erfordern multilaterale Lösungen"

Dubai - Der deutsche Bundesbankpräsident Ernst Welteke hat die internationale Staatengemeinschaft aufgerufen, die Wirtschaft gemeinsam anzukurbeln. "Globale ökonomische Probleme erfordern multilaterale Lösungen", sagte Welteke am Dienstag auf der Vollversammlung der 184 Mitglieds-Länder von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank im arabischen Dubai. So würde der Abbau von Handelsschranken und internen Leistungsbilanz- Ungleichgewichten das Risiko ungeordneter Anpassungen der Währungen untereinander mindern, sagte Welteke in Anspielung auf das riesige Leistungsbilanzdefizit der USA.

"Der Aufschwung hat begonnen", sagte Welteke. Noch gebe es aber zahlreiche Risiken. Alle Maßnahmen, die Wechselkurse, Handel oder Kapitalbewegungen beeinträchtigten, seien kontraproduktiv. Auch die öffentlichen Defizite müssten weiter abgebaut werden, wie die jüngste Erhöhung der langfristigen Kreditzinsen zeige. "Dies ist eine besondere Herausforderung in Zeiten ungenügenden Wachstums." Eine andere Gefahr geht laut Welteke von reichlicher und anwachsender Liquidität bei den Unternehmen aus. Die Notenbanken müssten deshalb aufmerksam sein, dass sich nicht wieder Finanzblasen bildeten, warnte er.

"Reformen kurzfristig schmerzhaft"

Welteke rief dazu auf, den erwarteten Aufschwung für Reformen in den Ländern zu nutzen. "Wir alle wissen, dass Reformen kurzfristig schmerzhaft sein können", sagte er. "Jedoch legen sie die Grundlage für langfristiges Wachstum zu Gunsten aller." Zur Absicherung des Weltfinanzsystems werde der IWF seine Überwachung noch verstärken, Transparenz werde erhöht.

Nachdrücklich sprach sich der Bundesbankpräsident für die Fortsetzung der in Cancún abgebrochenen Verhandlungen über eine weitere Öffnung der Märkte aus. Unangemessen sei, dass Industrieländer allein durch Protektionismus jährlich Hunderte von Milliarden Dollar zum Schutz ihrer eigenen Waren ausgäben. "Diese Subventionen sind um ein Vielfaches höher als die Entwicklungshilfe." (APA/dpa)

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