Mounir Motassadeq schweigt im zweiten Hamburger El Kaida-Prozess

24. September 2003, 16:35
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Helfer der Attentäter des 11. September fühlt sich zu Unrecht verurteilt

Hamburg - Im zweiten Hamburger Terrorprozess um die Anschläge des 11. September 2001 hat der als Zeuge geladene Marokkaner Mounir Motassadeq am Dienstag die Aussage verweigert. Motassadeq, der bereits als Helfer der Attentäter verurteilt wurde, sollte als Zeuge im Prozess gegen seinen Landsmann Abdelghani Mzoudi aussagen. Dieser ist ebenfalls der Unterstützung für die mutmaßliche Hamburger Terrorzelle angeklagt. Dem 30-Jährigen drohen wie Motassadeq 15 Jahre Haft.

In einer schriftlichen Erklärung wies Motassadeq am Dienstag erneut alle Schuld an den Anschlägen des 11. September zurück: "Es gab keine Hamburger Terrorzelle. Die Attentate wurden nicht in Hamburg, sondern von der El Kaida in Afghanistan geplant." Vor dem Oberlandesgericht verlas er weiter, er sei zu Unrecht verurteilt worden. Es sei sinnlos, sich zu weiteren Einzelheiten zu äußern, solang das "Fehlurteil" aufrecht sei. Daher mache er von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch.

Anklage: Beihilfe zum Mord

Motassadeq war im Februar im ersten Hamburger Terror-Prozess verurteilt worden. Wie jetzt auch bei Mzoudi lautete die Anklage auf Beihilfe zum Mord in mehr als 3000 Fällen und auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.

Mzoudi steht seit August vor Gericht und schweigt zu den Vorwürfen. Ein früherer Zeuge hatte ihn als Mitglied der Terrorzelle bezeichnet. Bei Treffen seien Selbstmordattentate als "Mittel der Verteidigung" befürwortet worden. Der Prozess soll am kommenden Mittwoch mit der Vernehmung eines Staatsanwaltes fortgesetzt werden. (APA/dpa/AP)

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    Mounir Motassadeq (rechts) im Gespräch mit Abdelghani Mzoudi

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