Senegal: 200 Dörfer feiern Ende der Beschneidung von Mädchen

26. September 2003, 19:10
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Insgesamt 1000 Gemeinden haben Praxis bereits eingestellt

Dakar/Nairobi - In einer feierlichen Zeremonie haben sich mehr als 200 Dörfer in Senegal zur Abkehr von der Mädchenbeschneidung verpflichtet. "Bürgermeister, Clanchefs und religiöse Führer haben sich gemeinsam zu diesem Schritt entschlossen", berichtete der Vertreter des Kinderhilfswerks UNICEF, Ian Hopwood, am Dienstag in Dakar. "Es war ein bewegendes Fest", sagte Hopwood. Zu der Veranstaltung am Vortag seien auch Vertreter aus Gegenden gekommen, in denen die Genitalverstümmelung bei Mädchen noch verbreitet sei.

Die Menschen in den Dörfern seien nun überzeugt, dass die Praxis schlimme Folgen für die körperliche und seelische Gesundheit der Mädchen habe, sagte Hopwood. Damit steige die Zahl der Dörfer in Senegal, in denen Mädchen nicht mehr verstümmelt würden, auf etwa 1000. Die Gemeinden wollten außerdem darauf achten, dass Mädchen nicht mehr so früh heiraten. Nach dem Gesetz liegt die Altersgrenze bei 16 Jahren, in der Praxis werden Mädchen aber häufig aus Armutsgründen schon mit zwölf oder dreizehn Jahren verheiratet. (APA/dpa)

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