Rettungsaktion für kranken Antarktis-Forscher

25. September 2003, 12:09
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Amerikanischer Logistiker trotz widriger Wetterbedingungen ausgeflogen

Washington - Unter extremen Bedingungen ist ein schwer kranker US-Forscher vom Südpol nach Chile ausgeflogen worden. Der Wissenschafter sollte noch am Montag in ein Krankenhaus in den USA gebracht werden, berichtete die "Denver Post". Der Angestellte des Unternehmens "Raytheon Polar Services" war in der Amundsen-Scott-Forschungsstation am Südpol vor allem für die Logistik verantwortlich. Die genaue Identität und Krankheit des Forschers wurde nicht bekannt gegeben.

Bei Temperaturen von minus 60 Grad war ein Rettungsflugzeug mit dem Wissenschafter am Sonntag früh (Ortszeit) von der Forschungsstation zum 2.170 Kilometer entfernten britischen Stützpunkt Rothera geflogen. Von dort brachte ein zweites Flugzeug den Kranken an die Südspitze Chiles. Nach ständigen Wetterveränderungen, starken Winden und Schneestürmen war die Rettungsaktion mehrmals verschoben worden.

Riskanter Einsatz

Am Südpol steht zwar das Frühjahr unmittelbar bevor, aber die Wetterverhältnisse machen das Fliegen zu dieser Jahreszeit schwer bis unmöglich. Normalerweise ist die Forschungsstation bis Ende Oktober von jeglichem Flugverkehr abgeschnitten.

Im Oktober 1999 war eine Ärztin unter schwierigen Bedingungen von der Südpolstation in Sicherheit gebracht worden, nachdem sie einen Tumor in ihrer Brust entdeckt hatte. Zwei Jahre später wurde ein von Raytheon entsandter Mediziner ausgeflogen, weil er dringend eine Gallenblasenoperation benötigte.(APA/dpa)

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