Teil irakischer Beutekunst wiedergefunden

26. September 2003, 12:26
1 Posting

Polizei fand eines der wertvollsten Beutestücke aus dem Nationalmuseum, die 5.000 Jahre alte Uruk-Maske

Bagdad - Irakische Polizisten haben in der Umgebung von Bagdad die von Plünderern aus dem Nationalmuseum gestohlene 5.000 Jahre alte Uruk-Maske entdeckt. Sie war eines der wertvollsten Beutestücke der Plünderer, die nach dem Einmarsch der US-Armee in Bagdad in das irakische Nationalmuseum eingedrungen waren. Wie die US-Zivilverwaltung am Montag berichtete, soll die Maske, eine der ersten bekannten naturgetreuen Darstellungen eines weiblichen Gesichts, an diesem Dienstag in das Museum in Bagdad zurückgebracht werden.

Die Maske sei vor einer Woche wieder aufgefunden worden, erklärte die US-Verwaltung. Außerdem habe die Polizei gemeinsam mit US-Soldaten mehrere gestohlene Tonsiegel wiederentdeckt.

Kalkstein-Maske wird auf 3100 vor Christus datiert

Die Kalkstein-Maske aus Uruk, die auch unter dem Namen "Dame von Uruk" bekannt ist, stammt aus der Epoche der Sumerer und wird von den Archäologen etwa auf 3100 v. Chr. datiert. Sie war 1938 von einer deutschen Archäologen-Expedition in der Sumerer-Stadt Uruk, rund 300 Kilometer südlich von Bagdad, ausgegraben worden. Die Ausgrabungen des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) in Uruk waren auch in den Jahren des UN-Embargos gegen den Irak fortgesetzt worden, wegen behördlicher Hürden und Sicherheitsproblemen zum Teil aber nur in begrenztem Umfang.

Vor zwei Wochen fand sich Kunstschatz in einem Blumengeschäft

Vor knapp zwei Wochen hatten amerikanische Soldaten und irakische Polizisten in Bagdad das "Schwert Saladins" sowie Dutzende weitere gestohlene Kunstgegenstände aus dem Nationalmuseum und den Palästen Saddam Husseins beschlagnahmt. Das Schwert des von den Muslimen als Befreier Jerusalems verehrten Sultans wurde in einem Blumengeschäft entdeckt.

Die Zahl der bei den Plünderungen nach dem Einmarsch der US-Armee aus dem Nationalmuseum gestohlenen Kunstgegenstände ist nach heutigen Erkenntnissen wesentlich niedriger als zunächst angenommen, unter anderem da Mitarbeiter des Museums wertvolle Stücke bereits vor Kriegsausbruch in Sicherheit gebracht hatten. Ein Angehöriger des für die Fahndung nach den gestohlenen Antiquitäten eingesetzten US-Teams erklärte kürzlich, mehr als 3.000 Kunstgegenstände seien bei Razzien wieder aufgetaucht oder von reuigen Dieben zurückgebracht worden, mindestens 10.000 fehlten aber noch. (APA/dpa)

Share if you care.