Pittermann "sofort" für zusätzliche Milliarde

22. September 2003, 19:22
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Zahlen müsse aber der Bund

Wien - Sie sei "sofort" für die von Wiens FP-Gesundheitssprecherin Karin Landauer geforderte Pflegemilliarde, sagte Gesundheitsstadträtin Elisabeth Pittermann. Finanziert werden müsse diese aber vom Bund. Sie kündigte auch an, "selbstverständlich" das volle Kontingent an Zivildienern für die Wiener Spitäler und Pflegeheime auszuschöpfen. Vor der Gemeinderats-Sondersitzung, in der es einen Misstrauensantrag gegen sie geben wird, zeigt sie sich gelassen.

Landauer hatte zuletzt kritisiert, dass von 700 möglichen Zivildienern lediglich 277 angefordert worden seien. Sie gehe diesem Vorwurf gerade beim Krankenanstaltenverbund nach, sagte Pittermann am Montag bei einer Pressekonferenz. Wenn dieser das volle Kontingent nicht ausschöpfe, werde sie das nötigenfalls per Weisung in die Wege leiten, kündigte sie an. Man habe natürlich ein Interesse daran, das Pflegepersonal mit Hilfe der Zivildiener zu entlasten, so die Stadträtin.

Bund muss zahlen

Zur geforderten Pflegemilliarde merkte sie an, dass diese sicher nicht aus dem Stadtbudget finanziert werden könne. Diese müsse von der Bundesregierung zur Verfügung gestellt werden - und zwar in allen Bundesländern. Nötig wäre laut Pittermann auch eine Valorisierung des Pflegegeldes. Hier sei der Bund aber untätig.

Vor der Gemeiderats-Sondersitzung zum Thema Pflege stellte sie sich einmal mehr hinter das Pflegepersonal. "Man wird wieder sagen, dass alles schlecht ist." Man dürfe aber nicht von einer Station im Pflegeheim Am Wienerwald auf den ganzen Berufsstand schließen, sagte Pittermann. Selbstverständlich müsse aber alles genau untersucht werden. Dafür sei auch bereits eine Untersuchungs-Kommission eingerichtet worden.(APA)

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