Fall Lindh: Polizei unter Zeitdruck

23. September 2003, 18:27
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Ermittlungen treten auf der Stelle - Weiterer Verdächtiger gesucht

Stockholm - Die schwedische Polizei tritt nach Medienangaben bei der Suche nach dem Mörder von Außenministerin Anna Lindh auf der Stelle und gerät zunehmend unter Zeitdruck. Wie die Nachrichtenagentur TT am Montag unter Berufung auf Beteiligte an der Fahndung in Stockholm berichtete, sind die Verdachtsmomente gegen den Hauptverdächtigen, einen 35 Jahre alten Schweden, in den letzten Tagen "weder erhärtet noch abgeschwächt" worden.

Der Mann sitzt seit einer Woche in Untersuchungshaft. Die Polizei muss bis zu einem zweiten Haftprüfungstermin am Freitag neues Belastungsmaterial vorlegen, um eine Verlängerung der Untersuchungshaft zu erreichen.

Als ausschlaggebend für eine mögliche Überführung gilt die im englischen Birmingham derzeit durchgeführte technische Analyse des Tatmessers. Diese werde mehrere Wochen in Anspruch nehmen, hieß es in dem TT-Bericht. Der Polizei sei es in den letzten Tagen nicht gelungen, dem Hauptverdächtigen wenigstens nachzuweisen, dass er sich zum Tatzeitpunkt in dem Stockholmer Kaufhaus aufgehalten habe, in dem Lindh vor knapp zwei Wochen beim Einkaufen niedergestochen worden war.

Weiterer Mordverdächtiger

Die schwedische Polizei hat im Mordfall Anna Lindh einen neuen Tatverdächtigen neben dem inhaftierten 35-Jährigen ins Visier genommen. Wie die Stockholmer Blätter "Expressen" und "Aftonbladet" am Sonntag unter Berufung auf Polizeikreise berichteten, halten die Fahnder einen 30 Jahre alten Unbekannten für "hoch interessant".

Laut "Expressen" soll er mit dem bereits Festgenommenen zur Tatzeit zusammen in dem Kaufhaus gewesen sein, in dem die Außenministerin vor eineinhalb Wochen beim Einkaufsbummel niedergestochen worden war. Die Polizei soll indes entlang des Fluchtwegs des Mörders mehr Gegenstände gefunden haben als bisher bekannt war. Laut "Aftonbladet" soll es sich unter anderem um ein weiteres Kleidungsstück handeln, das auf DNA-Spuren untersucht werde. Bisher hat die Polizei den Fund einer Baseballkappe sowie eines Kapuzenpullis offiziell bestätigt. (APA/dpa)

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