Deutsche Frauen verlieren bei Scheidungen

5. Oktober 2003, 12:20
86 Postings

Studie: Fast die Hälfte aller Männer gewinnt an Finanzkraft dazu

München - Frauen sind einer Studie zufolge "eindeutig" die wirtschaftlichen Verliererinnen bei Scheidungen. Dies ergab eine Untersuchung des Bielefelder Soziologen Hans-Jürgen Andreß im Auftrag des deutschen Familienministeriums, wie das Magazin "Focus" in seiner neuen Ausgabe berichtet.

Der Studie zufolge gewinnt die Hälfte aller Männer nach einer Scheidung um bis zu elf Prozent an Finanzkraft dazu, während die Hälfte aller Frauen finanzielle Verluste von bis zu 23 Prozent hinnehmen muss. Grundsätzlich gilt laut Andreß, dass Scheidungen mit hohen finanziellen Verlusten verbunden sind.

Die deutsche Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) plädierte im "Focus" für eine Änderung des Unterhaltsrechts nach Scheidungen, um eine "Gerechtigkeitslücke" bei der Versorgung von Kindern zu schließen: Die Unterhaltsansprüche minderjähriger Kinder sollten künftig "an erster Stelle" stehen. Dabei solle es gleichgültig sein, ob die Kinder aus erster oder aus den folgenden Ehen stammten. Erst danach sollten die "Ansprüche der geschiedenen und der aktuellen Ehefrau folgen", sagte Zypries dem Magazin. (APA)

Share if you care.