Microsoft stellt Hilfe für Windows 98 und Me ein

29. September 2003, 10:29
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"Unsere Produkte haben meist eine Laufzeit von drei bis fünf Jahren. Danach stellen wir den Support ein. Ein normaler Vorgang."

Für die Betriebsprogramme Windows 98 und Windows Me des Software-Unternehmens Microsoft wird es künftig keine Hersteller-Unterstützung ("Support") mehr geben. Das berichtet die Zeitschrift Computerbild in ihrer aktuellen Ausgabe.

"Nur für zahlende Firmenkunden gelten andere Fristen."

"Wir stellen den Support für Windows 98 ein", bestätigte eine Microsoft-Sprecherin. Die kostenlose Unterstützung für Windows Me endet im Dezember. Das heißt: Dann werden keine Sicherheitsaktualisierungen ("Patches", "Security-Updates") mehr angeboten. Nur für zahlende Firmenkunden gelten andere Fristen. Allerdings soll die Online-Support-Datenbank noch für acht Jahre zur Verfügung stehen.

"Ein ganz normaler Vorgang"

Microsoft-Sprecherin Irene Nadler erklärte: "Unsere Produkte haben meist eine Laufzeit von drei bis fünf Jahren. Danach stellen wir den Support ein. Ein normaler Vorgang."

Mit den Sicherheits-Aktualisierungen stopfte Microsoft bisher häufig auftauchende Sicherheitslöcher, die von Computer-Viren oder – Würmern ausgenutzt werden können. Der deutsche Bundesdatenschutzbeauftragte Joachim Jacob zu Computerbild: "Betriebssysteme, für die es keine Sicherheits-Aktualisierungen des Herstellers mehr gibt, können Einfallstore für Viren sein." Michael Dickkopf, Sprecher des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): "Windows 98 ist ein aussterbendes Betriebsprogramm. Umso wichtiger wird jetzt für die Benutzer dieser Software der Einsatz von aktuellen Viren- und Internetschutzprogrammen, so genannten Firewalls."

Marktanteil von über 35 Prozent

Brancheninsider vermuten, dass Microsoft die Benutzer älterer Windows-Programme mit dieser Geschäftspolitik zum Kauf des aktivierungspflichtigen Windows XP animieren will. Nach einer Studie des Marktforschungsinstituts Red Sheriff hatte Windows 98 im letzten Jahr weltweit noch einen Marktanteil von über 35 Prozent.(red)

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