Keine Details, bitte

21. September 2003, 12:12
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Wir" und "unsere" Kinder

Wenn es um menschelnde Themen in der Politik geht, dann kann der Umgangston vereinnahmender werden als gemeinhin üblich. Da wird der Spitzenpolitiker, sonst eher bekannt für Fußball der härteren Gangart, zum fröhlichen Kumpel, und die Models kuscheln, als kennten sie einander schon länger als zehn Minuten - lediglich das Baby, noch nicht eingeweiht in die Gesetze der Sympathiewerbung, blickt skeptisch in die Runde.

Wie viele Kinderbetreuungsplätze etwa fehlen oder wo bei uns die meiste Gewalt herrscht: Solche beunruhigenden Details haben in den Broschüren der Regierungsparteien naturgemäß keinen Platz; lediglich die Grünen deuten sie in ihrer Bildsprache an. Was "uns" so Angesprochenen auch noch ein- und auffällt: dass gerade die PolitikerInnen selber sehr gute Beispiele für die Probleme, nicht für die Lösungen abgeben. Terminhetze, Reisen, endlose Besprechungen - ohne Geld für private Betreuung ginge sich dieser Lebensstil (so man von Stil reden kann) nie aus. Und auch nicht der familienfreundliche Fototermin. (red, DER STANDARD, Printausgabe 20./21.09.2003)

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