US-Billigfluglinie gab Passagierdaten an Pentagon-Partner

21. September 2003, 14:31
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JetBlue übermittelte Daten über fünf Millionen Passagiere an Unternehmen mit Verbindungen zum Pentagon - Entschuldigung per E-Mail

Washington - Die US-Billigfluglinie JetBlue hat Passagierdaten an ein Unternehmen mit engen Verbindungen zum US-Verteidigungsministerium weitergegeben, das damit eine Studie über Terror-Risiken in der Luftfahrt erstellte. JetBlue-Chef David Neeleman entschuldigte sich nun per E-Mail bei erzürnten Kunden für diese Verletzung der eigenen Datenschutzbestimmungen. "Das war ein Fehler", meinte Neeleman laut US-Medienberichten vom Freitag. Die Daten seien auf Grund einer "ausdrücklichen Bitte des Pentagon" weitergegeben worden.

Mit Sozialversicherungs- und Telefonnummer

JetBlue verwies darauf, dass die Passagierdaten nach Erstellung der Studie von Torch Concepts, einem Unternehmen in Huntsville in Alabama, vernichtet wurden. Die Daten über Flugrouten von fünf Millionen Passagieren sowie ihre Sozialversicherungsnummern und Telefonnummern wurden im September 2002 herausgegeben. In der Studie wurden die Angaben mit Datenbanken über Kreditwürdigkeit verglichen, auch Verbindungen zu Familienangehörigen wurden berücksichtigt. Ziel der Ermittlungen war die Erhebung von "Hoch-Risiko-Passagieren" und die Abgrenzung von "normalen Reisenden".

Aufgeflogen war die Angelegenheit in den vergangenen Tagen durch den Bericht eines Bürgerrechtlers. Die Studie wurde von Torch Concepts im Februar bei einem Symposium des US-Ministeriums für Innere Sicherheit (Homeland Security) präsentiert. JetBlue-Chef Neeleman betonte nun, diese Präsentation sei ohne Wissen und Zustimmung von JetBlue erfolgt. Auch habe die Gesellschaft selber die Daten nicht an ein Ministerium übermittelt. (APA)

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