"Dish has support with own voters hardly" - Oder doch: "Bowl has scarcely support in characteristic choices"?

10. Jänner 2000, 19:58

Wo bleibt Herr Schüssel? - Ein Übersetzungsprogramme-Test belegt: 70 Prozent der übersetzten Texte sind unbrauchbar

Köln - 70 Prozent der Texte, die durch Übersetzungsprogramme bearbeitet werden, sind unsinnig und unbrauchbar. Davon geht zumindest Heisoft, der Hersteller des Übersetzungsprogrammes Systran, aus.

Mehr als 30 Jahre nach den ersten Ansätzen zur automatischen Übersetzung ist der Computer immer noch nicht in der Lage, wie der Mensch in der Fremdsprache zu denken. Da die menschliche Sprache extrem komplex ist, müssen leistungsfähige Überseztungsprogramme grammatikalische Strukturen auf Basis wissenschaftlich anerkannter Sprachtheorien analysieren und weiterverarbeiten. An diesem Punkt scheitern die meisten Programme, umso mehr, wenn Fachwörterbücher nicht eingebunden und gepflegt werden. So werden zum Beispiel aus den pazifischen Cook Islands die "Kochinseln" oder "die Köche".

"Dish", "Bowl"

Wie ein Test ergab, wird es auch mit Eigennamen hierzulande problematisch. Die aktuelle derStandard.at-Schlagzeile "Schüssel hat bei eigenen Wählern kaum Rückhalt" zeigt sowohl dieses Problem mit Eigennamen als auch das der beträchtlichen Qualitätsunterschiede der verschiedenen Programme. Während beim Übersetzungsprogramm Babelfish Fehler nur bei der Übersetzung des Namens des ÖVP-Chefs und auch an der Satzkonstruktion zu finden sind: "Dish has support with own voters hardly" geht bei Freetranslation der Sinn des Satzes völlig verloren: "Bowl has scarcely support in characteristic choices."

Nicht nur der Titel, auch der zu übersetzende Text selbst muss vorbereitet werden. Sätze sollen vereinfacht und Verschachtelungen aufgelöst werden. Allerdings sind dafür Fremdsprachenkenntnisse nötig. Übersetzungsprogramme können nur dann Sinn machen und Zeit sparen, wenn Texte genau vor- und nachbearbeitet werden. (welt/pte) (Ende)

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