Nahost braucht 100 Millionen neue Arbeitsplätze

24. September 2003, 15:51
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Weltbank-Studie: Privatsektor ausbauen, um sich stärker zu integrieren und Öl-Einkünfte besser zu nutzen

Dubai - In Nordafrika und im Nahen Osten müssen nach einer Studie der Weltbank in den nächsten 20 Jahren 100 Millionen Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Länder müssten dazu den Privatsektor ausbauen, sich stärker in die Weltwirtschaft integrieren und die Öl-Einkünfte besser nutzen, schreibt die Weltbank in ihrem am Freitag in Dubai veröffentlichten Bericht.

"Die Herausforderung ist enorm, aber die Kosten eines Nichtstuns und die Vorteile eines dynamischen Arbeitsmarktes verlangen nach sofortigen Entscheidungen", sagte der Weltbank-Vizepräsident für die MENA-Region, Christiaan Poortman. Der IWF zählt zu dieser Region Nordafrika und Nahost sowie Afghanistan, Iran und Pakistan.

Arbeitslosigkeit bekämpfen

Die Weltbank schätzte die Zahl der arbeitenden Einwohner der Region im Jahr 2000 auf rund 104 Millionen. Sie wachse bis 2020 aber voraussichtlich auf 185 Millionen. Um diese Menschen und die Arbeitslosen von heute zu beschäftigen, seien 100 Millionen neue Arbeitsplätze notwendig, mehr, als in den vergangenen 50 Jahren geschaffen worden seien. Die Arbeitslosigkeit treffe vor allem junge Menschen: in Marokko 37 Prozent, in Syrien 73 Prozent, heißt es in dem Bericht.

Die Länder müssen nach Meinung der Weltbank dringend das Umfeld für mehr private Unternehmer verbessern und sich den internationalen Märkten öffnen. Dabei müssten die Stabilität des Finanzsystems gewährleistet und Sozialmaßnahmen für Bedürftige garantiert werden. Die Weltbank fordert die reichen Länder auf, ihre Märkte für die Produkte dieser Länder weiter zu öffnen und zu helfen, die Konflikte in der Region friedlich beizulegen.(APA/dpa)

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    Mehr Arbeitsplätze braucht der Nahe Osten

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