Wie verläuft der israelische Sperrwall weiter?

21. September 2003, 15:19
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Sharon berät mit Ministern, ob für Errichtung noch weiteres palästinensisches Terrain annektiert werde - Entscheidung ausgesetzt

Jerusalem - Angesichts der US-Drohung mit der Kürzung von Kreditgarantien hat Israel die Entscheidung über den Weiterbau der Sperranlage zum Westjordanland erneut verschoben. Eine Kabinettssitzung endete am Freitag in Jerusalem ohne Ergebnis, wie israelische Medien berichteten. Der anstehende mittlere Bauabschnitt des Sperrzauns ist besonders umstritten, weil er nach den Planungen mehrere Siedlungen weit auf palästinensischem Gebiet mit einschließen soll.

Likud-Minister sprechen sich für Fortsetzung der Arbeiten aus

Die Likud-Minister im israelischen Kabinett haben sich am Freitag grundsätzlich für den Weiterbau der umstrittenen Sperranlage durch das Westjordanland ausgesprochen. Wie aus Regierungskreisen in Jerusalem verlautete, wurde aber noch keine Entscheidung getroffen. Dazu solle erst die Rückkehr des Generaldirektors des israelischen Verteidigungsministeriums, Amos Yaron, abgewartet werden. Yaron wollte bei einem Besuch in Washington die US-Regierung von ihrem Widerstand gegen den Sperrwall abbringen.

Siedlungen Ariel und Kedumin liegen auf palästinensischem Gebiet

Die Minister der Regierungspartei von Ministerpräsident Ariel Sharon sprachen sich dafür aus, den Verlauf der Sperranlage so zu legen, dass die beiden jüdischen Siedlungen Ariel und Kedumin im Westjordanland am Ende auf der israelischen Seite liegen. Allerdings befinden sich die Siedlungen rund 20 Kilometer hinter der grünen Grenze auf palästinensischem Gebiet.

Drohungen der USA Baukosten von Kreditgarantien abzuziehen

Die US-Regierung hat gedroht, die Baukosten von ihren Kreditgarantien für Israel abzuziehen. Washington hat Israel insgesamt neun Milliarden Dollar (7,96 Mrd. Euro) über drei Jahre zugesagt. Die USA befürchten, der Bau der Anlage könne einen Ausgleich mit den Palästinensern unmöglich machen.

Israel begründet den Bau der Sperranlage damit, das Vordringen palästinensischer Extremisten auf israelisches Gebiet verhindern zu wollen. Die Palästinenser sehen darin hingegen einen Versuch der israelischen Regierung, nach eigenem Gutdünken die Grenzen eines künftigen Palästinenserstaats festzulegen. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Sperrwall der Israelis im Gebiet von Jenin

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