Laurie Anderson-Stück beschließt die Klangspuren

19. September 2003, 12:24
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Uraufführung von "Songs for Amelia Earhart" in Schwaz

Innsbruck - Die Klangspuren Schwaz gehen am Freitag in Innsbruck mit einem besonderen Highlight ins Finale: Mit der Uraufführung von "Songs for Amelia Earhart", dem neuen Stück der US-amerikanischen Entertainerin Laurie Anderson. Die Komponistin spielt selbst auf der Violine. Begleitet wird sie vom Stuttgarter Kammerorchester unter der Leitung von Dennis Russell Davis.

Die Originalfassung war vor drei Jahren in New York zum ersten Mal aufgeführt worden. Schließlich hat der Leiter des Stuttgarter Kammerorchesters, Russell Davis, die Neubearbeitung übernommen. Die Uraufführung hätte bereits im Sommer stattfinden sollen, musste aber verschoben werden. Für die Klangspuren war ursprünglich die zweite Aufführung des neu bearbeiteten Werkes geplant.

Zum Inhalt

Die "Songs for Amelia Earhart", eine Serie von Stücken, basieren auf einer wahren Begebenheit, erzählte Anderson. Es handelt sich um den letzten Flug der amerikanischen Pilotin Earhart. Sie war 1937 bei ihrem Vorhaben, die Welt zu umrunden, gescheitert. Das Flugzeug war zerborsten, die Fliegerin im Nichts verschwunden, beschreibt die Entertainerin. "Für das Stück habe ich Texte aus Earharts Tagebuch, vom Fernschreiber und von Radiomeldungen genommen." Hinzu kamen Passagen aus Briefen, Telegrammen und Berichten, die bei ihren kurzen Aufenthalten geschrieben wurden und zur Herald Tribune gekabelt wurden.

Als Künstlerin befinde sie sich derzeit in einer unschlüssigen Phase, sagte Anderson. Wohin sie ihr weiterer Weg führe, wisse sie nicht. "Ich lasse mich überraschen", meinte sie. "Mit offenen Augen" will sie ohne Vorgabe eines konkreten Ziels gemeinsam mit ihrem Hund von Griechenland nach Frankreich wandern und zu sich selbst finden. "Ich will versuchen, für die Welt offen zu sein."

Werdegang

Die Komponistin und Performancekünstlerin Laurie Anderson studierte am Barnard College in New York und an der Columbia Universität und arbeitete mit Bildhauern, Malern und internationalen Musikern der Jazz- und Avantgardeszene zusammen. Mit ihren Multimedia-Spektakeln tritt Laurie Anderson seit 25 Jahren in den USA und in Europa auf. 1983 inszenierte sie die Acht-Stunden-Solo-Oper "United States I-IV". Aus den Tourneen dieser Show entstand 1986 der Film "Home Of The Brave".

Im Frühjahr 2002 war in Lyon/Frankreich im Museum für Moderne Kunst die Retrospektive "The Record of the Time: Sound in the Art of Laurie Anderson" zu sehen, die Andersons musikalische Arbeiten, Installationen und Performance-Kunst zeigt. Anlässlich der Wiedereröffnung des Wintergartens des World Financial Center in downtown New York schuf sie eine Soundinstallation für "Sonic Garden". (APA)

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