Kroneradio steht zum Verkauf: "Kein Erfolg"

24. September 2003, 10:59
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"Krone" und "Kurier" wollen sich binnen vier Wochen von der Mehrheit am mäßig erfolgreichen Radioverbund Kronehit trennen - Internationale Partner sind gefragt

"Peanuts" ist das Radiogeschäft für Christan Konrad, der als Raiffeisen-Generalanwalt die Kurier-Gruppe mit ihren Beteiligungen am Newskonzern und an Kronehit kontrolliert. Auch Peanuts wurmen, so "die wirtschaftlichen Daten schlecht" sind und sich "kein Erfolg am Markt" einstellen mag: "Es geht nicht so, wie wir geglaubt haben."

Die Reichweite des Senderverbundes (ohne Vorarlberg) sank zuletzt von 5,4 auf 4,4 Prozent, auch die Marktanteile schwanden. Unbestätigte 70 Millionen Euro sollen die Mediaprintblätter in ihre Radioaktivitäten gesteckt haben.

Jetzt reicht es den beidenHälfteeigentümern: "Wir können damit leben, dass "Krone" und "Kurier" nicht mehr die Mehrheit haben", sagt Konrad auf STANDARD-Fragen im Klub der Wirtschaftspublizisten.

Das Kleingeld dürfte fehlen

Mögliche Interessenten im Inland sind die Styria Medien AG ("Kleine Zeitung", "Presse", Antenne Steiermark und Kärnten) und die "News"-Gründer Wolfgang und Helmut Fellner. Die haben nach ihrem Abgang vom Magazinkonzern deutlich mehr Tagesfreizeit und zuletzt Antenne Wien sowie Salzburg zurückgekauft. Styria gilt Branchenkennern als unwahrscheinlich, bei den Fellners könnte geringe Investitionsfreude entgegenstehen. Styria-Chef Horst Pirker und Wolfgang Fellner waren bis Redaktionsschluss dazu unerreichbar. Kronehit-Manager Martin Zimper, von Verkaufsabsichten eher überrascht, dürfte für seinen Vorschlag, den Sender zu übernehmen, das Kleingeld fehlen. Er versuchte erst im Frühjahr eine Programmreform.

Sollen bisherige Mitbewerber im Radiomarkt die Mehrheit bekommen? "Oder neue", antwortet Konrad, "internationale". Die RTL-Gruppe expandierte zuletzt in Deutschland. Für Österreich winkt Manager Hans Mahr auf Anfrage ab: "Wir sind’s nicht."

Branchenkenner tippen auf den französischen Medienkonzern Lagardère (Europe 2, viele Radios in Osteuropa). Andere übliche Verdächtige: Clear Channel (USA), Energy (Frankreich); die deutsche Moira indes ist mit 88.6 und anderen in Ostösterreich schon stark vertreten.

Um den Haussegen sorgt sich Konrad nicht, der sich den gänzlichen Verkauf vorstellen kann: Frau Konrad hört ausschließlich Radio Stephansdom, sagt er. (Harald Fidler/DER STANDARD, Printausgabe vom 20./21.2003)

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