Champagner oder doch nur Eistee?

21. September 2003, 14:23
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Journalisten bestreiten Berlusconis Vorwurf, ihm seine Mussolini- Äußerungen nach dem Genuss von Alkohol entlockt zu haben

London - Zwei britische Journalisten haben den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi der Lüge bezichtigt. Sie bestritten seinen Vorwurf, ihm seine umstrittenen Mussolini- Äußerungen nach dem Genuss von Alkohol entlockt zu haben. Berlusconi hatte in einem Interview mit den beiden konservativen Journalisten Boris Johnson und Nicholas Farrell gesagt, der faschistische Diktator Benito Mussolini habe "niemanden getötet", sondern nur "Menschen in Zwangsurlaub geschickt". Später entschuldigte er sich dafür und sagte, die Bemerkungen seien ihm "am Ende eines sehr langen Tages vor einer Flasche Champagner, Sie verstehen," herausgerutscht. Die Reporter hätten diese Situation ausgenutzt.

Dazu sagte Johnson im "The Independent"": "Sein Gedächtnis spielt dem Ministerpräsidenten Streiche. Es gab überhaupt keinen Champagner." Nur Eistee sei aufgetragen worden. Farrell, der sich selbst als "großen Fan" von Berlusconi bezeichnet und eine umstrittene, weil sehr positive Mussolini-Biografie geschrieben hat, bestätigte dies: "Wir haben nur literweise gekühlten Zitronentee getrunken, den er selbst serviert hat. Es ist eine Schande, dass er diese Lüge erzählt hat. Er ist in meiner Achtung gesunken." (APA/dpa)

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    Der Champagner sei Schuld, meint Berlusconi.

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