Lindh-Mord: Untersuchungshaft für Hauptverdächtigen beantragt

19. September 2003, 14:55
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Staatsanwältin: "Wegen angemessenen Verdachts"

Stockholm - Die Stockholmer Staatsanwaltschaft hat Untersuchungshaft für den Hauptverdächtigen des Mordes an Außenministerin Anna Lindh beantragt. Das meldete die Nachrichtenagentur TT am Freitag.

Wegen "angemessenen Verdachts"

Wie es weiter in einer Mitteilung der zuständigen Staatsanwältin Agneta Blidberg hieß, ist Grundlage für den Antrag ein "angemessener Verdacht". Das ist nach schwedischem Recht die schwächste mehrerer Verdachtsgrade. Es kann danach höchstens eine Woche Untersuchungshaft verhängt werden.

Auch der Anwalt des Hauptverdächtigem hält die Verhängung von Untersuchungshaft gegen seinen Mandanten für wahrscheinlich. "Bei solchen Fällen mit großer öffentlicher Aufmerksamkeit sind die Richter eher zur Verhängung von Untersuchungshaft als zur Freilassung geneigt", sagte der in Schweden sehr bekannte Strafverteidiger Gunnar Falk sagte der Stockholmer Zeitung "Aftonbladet" (Internet-Ausgabe). Falk darf sich wegen der von den Justizbehörden verhängten Geheimhaltungspflicht nicht öffentlich zum Fall selbst äußern.

Haftrichter muss bis Samstag entscheiden

Bis zu diesem Samstag muss ein Stockholmer Haftrichter über den Antrag entscheiden. Der 35-jährige Hauptverdächtige war am Dienstagabend fünf Tag nach dem Messer-Attentat auf Anna Lindh festgenommen worden. Am späten Vormittag versammeln sich 1.300 Menschen zur offiziellen Trauerfeier für die sozialdemokratische Politikerin im Stockholmer Stadthaus. (APA/dpa)

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