Bei Österreich Werbung zeichnet sich Lösung ab

10. Jänner 2000, 19:25

Macho wird neuer Vertrag vorgelegt

Das seit Monaten andauernde Vertragschaos in der Österreich Werbung (ÖW) um die Nachbesetzung des zweiten Geschäftsführers durch Franz Josef Macho scheint sich nun doch noch aufzulösen: Wie aus dem Vorfeld der um 15.00 Uhr beginnenden Präsidiumssitzung verlautete, wurde Macho ein neuer Vertrag ohne exklusive Pensionsregelung mit einem auf 180.000 S erhöhten monatlichen Bruttobezug angeboten.

Macho war von Wirtschaftsminister Hannes Farnleitner ein Vertrag mit einer großzügigen Pensionsregelung zugesichert worden, den aber die ÖW-Eigentümer Wirtschaftskammer und Länder abgelehnt hatten, da er dem Stellenbesetzungsgesetz widerspricht.

Die Länder würden dem Vertrag zustimmen, wenn die beiden Geschäftsführer im Gegenzug eine neue Geschäftsordnung erstellen würden, hieß es nach der der Präsidiumssitzung vorausgehenden Ländersitzung. Nun liegt es an Macho, in der Präsidiumssitzung dem neuen Vertrag zuzustimmen.

Die ÖW ist seit geraumer Zeit auch ohne Geschäftsordnung, da sich die beiden Geschäftsführer Macho und Michael Höferer bisher nicht auf einen einheitlichen Entwurf einigen konnten.

Macho muss Vertrag bis 15. Jänner zustimmen

Das Präsidium der Österreich Werbung (ÖW) habe in der soeben zu Ende gegangenen Sitzung Franz Josef Macho einen neuen Dienstvertrag vorgelegt, der dem Stellenbesetzungsgesetz und der dazugehörenden Vertrags-Schablonenverordnung entspricht, und ihm eine Frist bis 15. Jänner zu dessen Unterzeichnung gesetzt, sagte Wirtschaftsminister Farnleitner.

Geschäftsordnung muss bis 20. Jänner stehen

Außerdem verlange das Präsidium von den Geschäftsführern, dass beide bis 20. Jänner eine gemeinsame Geschäftsordnung vorlegen. Farnleitner gehe davon aus, dass Macho dem Vertrag zustimmt, da der neue Kontrakt "eine faire Konstruktion" herstelle. Der Vertrag schaffe eine Gleichstellung mit dem ersten Geschäftsführer, Michael Höferer, außerdem sei eine Pensionskassenregelung sowie eine Kündigungsbestimmung enthalten, so der Minister. Macho bezeichnete es als verfrüht, bereits heute einen Kommentar zum neuen Vertrag abzugeben.

Das Wirtschaftsministerium und die Wirtschaftskammer haben in der Sitzung den Bundesländern die Einsetzung einer Arbeitsgruppe der Eigentümervertreter vorgeschlagen, die sich mit Fragen der künftigen Stuktur und der Einnahmenentwicklung befassen soll. Der Vorschlag, die ÖW von ihrer derzeitigen Form als Verein in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln habe Farnleitner bereits in der letzten Generalversammlung am 9. Dezember geäußert. Dieser Punkt werde in der nächsten Präsidiumssitzung weiter behandelt werden.

Außenstellen Hamburg und Köln weitergeführt - Flexiblere Gestaltung geplant - Ehrenamtlichkeit der Außenwirtschaftsorganisationen aufgekündigt

Die Österreich Werbung (ÖW) habe in ihrer Präsidiumssitzung beschlossen, die ÖW-Außenstellen weiterzuführen, aber flexibler zu gestalten, sagte Wirtschaftsminister Hannes Farnleitner heute im Anschluss an die Sitzung. Außerdem sei die Ehrenamtlichkeit der Außenwirtschaftsorganisationen aufgekündigt worden.

Die ÖW-Mitarbeiter in Hamburg und Köln werden künftig "mobile Einheiten" sein, die Administration werde für Köln in der Außenstelle Frankfurt, für Hamburg in der Außenstelle Berlin erledigt, sagte ÖW-Geschäftsführer Franz Josef Macho. Die ÖW werde künftig nicht im Personal- sondern im Bürobereich sparen.

Per Jahresende werde auch die Ehrenamtlichkeit der Außenwirtschaftsorganisationen aufgekündigt, wodurch es keine Pauschalabgeltungen mehr gebe, so Farnleitner. Diese Einigung zwischen Wirtschaftskammer und Ministerium sei "ein Quantensprung für den Tourismus". (APA)

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