China beteiligt sich an Galileo

29. September 2003, 10:05
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Vereinbarung wird am 30. Oktober unterzeichnet

Die Europäische Union und China haben sich auf eine chinesische Beteiligung am europäischen Satellitennavigationssystem Galileo geeinigt. Die Vereinbarung wird bei der Tagung der EU-Verkehrsminister am 9. Oktober 2003 zur förmlichen Genehmigung durch die EU-Mitgliedstaaten und den chinesischen Staatsrat vorgelegt und am 30. Okotber beim EU-China-Gipfeltreffen unterzeichnet werden. Künftig wird sich die Zusammenarbeit vor allem auf die Bereiche Wissenschaft und Technologie, industrielle Fertigung, Dienstleistungen und Marktentwicklung sowie Normung, Frequenzen und Zertifizierung konzentrieren.

Entscheidender Schritt

"China wird Galileo dazu verhelfen, zur weltweit maßgebenden Infrastruktur für den wachsenden Markt von Ortungsdiensten zu werden", erklärte die für das Programm zuständige Vizepräsidentin der Kommission Loyola de Palacio. "China unterstützt Galileo und plant, sich zu beiderseitigem Nutzen aktiv an der Errichtung und dem Einsatz des Systems zu beteiligen", fügte Xu Guanhua, der chinesische Minister für Wissenschaft und Technologie, hinzu.

Am Freitag wird in Pekings High-Tech-Zone Zhongguancun das "Chinesisch-europäische Zentrum für technische Ausbildung und Zusammenarbeit in der globalen Satellitennavigation" (CENC) eröffnet, wo alle Aktivitäten rund um Galileo gebündelt werden sollen. Zudem erhofft sich die EU von diesem Zentrum die Förderung von Gemeinschaftsunternehmen und industrieller Zusammenarbeit. So planen bereits mehrere europäische Unternehmen, zusammen mit chinesischen Partnern Vorschläge vorzulegen, wie der Markt für Galileo-Anwendungen in den kommenden Jahren entwickelt werden kann.

Kooperation

Galileo wurde auf Initiative der Europäischen Kommission ins Leben gerufen und gemeinsam mit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) entwickelt. Bisher verfügen nur die USA mit GPS und Russland mit Glonass über diese künftig vermutlich hochprofitable Technologie. Im Gegensatz zu den bereits vorhandenen Systemen wird Galileo von zivilen Stellen verwaltet und kontrolliert. Galileo soll GPS und Glonass ergänzen und die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit von Ortungs- und Navigationsdiensten weltweit verbessern. (pte)

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