USA verweigern schwulem Ehepaar aus Kanada die Einreise

21. September 2003, 14:29
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Prominente Aktivisten wollten nur gemeinsames Einreise-Formular ausfüllen - Rechtliche Schritte werden geprüft

Montreal - Einem schwulen Pärchen, das in Kanada legal verheiratet ist, ist die Einreise als Ehepaar in die USA verweigert worden. Die beiden hatten ein gemeinsames Einreiseformular ausgefüllt und waren damit der Prozedur gefolgt, die für Familien vorgesehen ist, wie der kanadische Fernsehsender CBC am Donnerstag auf seiner Internetseite berichtete. Der Beamte des US-Zolls am Pearson-Flughafen im kanadischen Toronto habe daraufhin ihre Einreise unter Hinweis darauf abgelehnt, dass in den USA die gleichgeschlechtliche Ehe nicht anerkannt wird.

Kevin Bourassa und Joe Varnell lehnten es daraufhin ihrerseits ab, getrennte Formulare auszufüllen und strichen ihre Reise. Sie hatten geplant, an einer Menschenrechtskonferenz im US-Bundesstaat Georgia teilzunehmen. Der Anwalt des Paares, Doug Elliott, will laut CBC wegen des Vorfalls mögliche rechtliche Schritte sowohl gegen die US- als auch gegen die kanadische Regierung prüfen.

Symbolfiguren

Bourassa und Varnell sind Symbolfiguren der internationalen Schwulenbewegung, weil sie in der kanadischen Provinz Ontario das Recht auf die Homo-Ehe vor Gericht erstritten haben. Sie hatten sich im Jänner 2001 unter Ausnutzung einer Gesetzeslücke kirchlich trauen lassen; nach zweieinhalbjährigem Rechtsstreit entschied ein Gericht im vergangenen Juni, dass die Definition der Ehe auf gleichgeschlechtliche Paare ausgeweitet werden soll. Auch die Bundesregierung in Ottawa hat inzwischen ein Gesetz auf den Weg gebracht, um die homosexuelle Ehe in ganz Kanada zu legalisieren. (APA)

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    Joe Varnell und Kevin Bourassa bei ihrer Hochzeit im Jahr 2001

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