Wahlkampf an Maximilians Grabmal

24. September 2003, 17:24
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"Festakt" trotz laufender Restaurierung

Innsbruck - Dass die aufwändige Restaurierung des Grabmals von Maximilian I. in der Innsbrucker Hofkirche - die erste, das Grabmal ist vierhundert Jahre alt - noch nicht abgeschlossen ist, sieht sogar der Laie. Das Renaissancegitter umgibt das Grabmal erst gut zur Hälfte, auf einer Seite ist es noch durch Plexiglas ersetzt.

Dennoch wird Freitagnachmittag auf Einladung des wahlkämpfenden Landeshauptmannes Herwig van Staa (VP) die "Fertigstellung der Renovierung des Grabmals Kaiser Maximilian I" per "Festakt" begangen. Sonntag um 19 Uhr wird ein "Dankgottesdienst" gefeiert. Eine Woche später wird zur selben Zeit das Ergebnis der Landtagswahl bekannt gegeben. "Ich schätze, dass es bis zum nächsten Sommer dauern wird, bis das wertvolle Gitter fertig restauriert ist", sagt Landeskonservator Franz Caramelle. Jetzt werde die abgeschlossene Renovierung der Reliefs präsentiert.

"Man könnte ja fast streiten"

Dabei besteht für den Denkmalschützer kein Zweifel, dass auch das zum Schutz angebrachte Gitter von 1570 untrennbar zum Grab gehört. "Man könnte sich ja fast streiten, ob das Gitter nicht wertvoller ist. Ich kenne jedenfalls kein schöneres aus dieser Zeit". Kaum sichtbar an dessen Säulen montiert ist ein neues Beleuchtungssystem mit Minispiegeln, das mit Swarovski entwickelt wurde.

Bei Tageslicht ist auf der gitterlosen Seite noch für einige Monate der Blick auf die Reliefs aus Carrara-Marmor frei. Nur eines fehlt. Von der siegreichen Schlacht der Tiroler gegen die Venezianer bei Cagliano fertigt Chefrestaurator Johannes Schlögl gerade eine Kopie, damit endlich ein Stück des Kenotaphs für Ausstellungen zur Verfügung steht. (bs/DER STANDARD, Printausgabe, 19.9.2003)

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