Rückendeckung für HSV-Trainer Kurt Jara

21. September 2003, 18:01
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Trainer sucht nach katastrophalem Start "Ruhe und Konzentration"

Hamburg - Ausgerechnet in der Jubiläums-Saison kommt der deutsche Fußball-Bundesligist Hamburger SV überhaupt nicht auf Touren. Tabellenletzter, vier Niederlagen, kein Sieg, 2:12 Tore - schlechter als in diesem Jahr ist der Klub von Trainer Kurt Jara noch nie in seiner 40-jährigen Zugehörigkeit zur deutschen Eliteliga gestartet.

Dabei hat die Mannschaft in fast identischer Formation einen UEFA-Cup-Platz erobert und den Liga-Cup gewonnen. Erfolglosigkeit auf Dauer setzt aber unweigerlich die brutalen Mechanismen des Fußball-Geschäfts in Gang. Der erste übliche Verdächtige ist dann der Trainer. Glaubt man jedoch der Führungsetage des Vereins, hat Jara (Vertrag bis 2005) nichts zu befürchten.

Rückendeckung aus der Führungsetage

"Wir sind von unserem Trainer ebenso überzeugt wie von der Substanz unserer Mannschaft. Ich weigere mich jetzt, Situationen zu konstruieren, die daran etwas ändern können", sagte HSV-Chef Bernd Hoffmann, der auf einen Sieg in der nächsten Partie am Sonntag gegen Rostock hofft.

Der wiedergenesene Bernd Hollerbach nannte die Gründe für die Talfahrt. "Wir sind derzeit nicht so ein verschworener Haufen." Um wieder enger zusammenzurücken, traf sich die Mannschaft (ohne Trainer) in einem Restaurant zur Aussprache - die Neuzugänge bezahlten.

Jara sucht "Ruhe und Konzentration"

Jara hat seine eigenen Methoden, mit der Krise umzugehen. "Ich kann doch jetzt nicht die Spieler verrückt machen. Wir brauchen Ruhe und Konzentration", erklärte der frühere Tirol-Meistermacher die Stille über dem Trainingsgelände.

Nach dem Gewinn des Liga-Cups wurde der fünfte Platz als durchschnittliche Tabellen-Position während der Saison ausgegeben. Das an Platzierungen gebundene Fernsehgeld fehlt dem in der vergangenen Saison mit einem Defizit von 14,5 Millionen Euro belasteten Klub nun. Knapp 260.000 Euro sind dem HSV wegen des Fehlstarts bisher durch die Lappen gegangen. Ein frühes Scheitern im UEFA-Cup, wo in der kommenden Woche der ukrainische Verein Dnjepropetrowsk wartet, würde die Finanzknappheit verschärfen. Mindestens Runde drei lautet die Vorgabe des Vorstands.(APA/dpa)

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HSV

  • Für Kurt Jara gibt es derzeit nicht viel zu Lachen.

    Für Kurt Jara gibt es derzeit nicht viel zu Lachen.

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