Siemens-Chef Pierer: Erfolg braucht zeitgeistunabhängige Wertebasis

25. September 2003, 10:38
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"9. Siemens International User Conference": SAP-Chef sieht nächste IT-Innovationswelle heranrollen

"Wir sind eine E-Company geworden, für die es fünf Erfolgsfaktoren gibt: Ein starkes, ausgewogenes Portfolio, Innovationsstärke, Wettbewerbsfähigkeit in globalen Märkten, solide Finanzen und Transparenz sowie eine zeitgeistunabhängige Wertebasis", referierte heute, Donnerstag, Siemens-Konzernchef Heinrich von Pierer bei der "9. Siemens International User Conference" in der Wiener Hofburg.

"Ein Kritiker ist jemand, der den Weg kennt, aber nicht weiß, wie man Auto fährt."

Es habe sich gezeigt, dass alle die nicht recht hatten, die Siemens in den Zeiten des Internet-Hypes empfahlen, traditionelle Geschäftssegmente wie den Bahn- oder den Kraftwerkssektor abzugeben und die Erlöse in das boomende Internetgeschäft in den USA zu investieren. Pierer erinnerte in diesem Zusammenhang in seinem immer wieder von Applaus unterbrochenen Referat an ein US-Sprichwort: "Ein Kritiker ist jemand, der den Weg kennt, aber nicht weiß, wie man Auto fährt."

"Wir sind ein echter Multikulti."

Kritik übte der Siemens-Chef mit österreichischen Wurzeln - seine Eltern stammen aus Wien bzw. Graz - einmal mehr an den deutschen Gewerkschaften. Insbesondere die Gewerkschaftsführung würde sinnvolle, innerbetriebliche Regelungen verhindern und somit Deutschland im internationalen Wettbewerb schwächen. "Viele Gewerkschafter in den Betrieben wollen flexible Lösungen, aber sie trauen sich nicht, das an ihre Zentralen weiter zu geben", so Von Pierer. Inzwischen sei China nach Deutschland und den USA bereits der drittgrößte Markt für Siemens, wo man zu ganz anderen Personalkosten arbeiten könne. Von Pierer: "Wir sind ein echter Multikulti."

Von 1Pierer betonte, wie wichtig der Bereich Forschung und Entwicklung im internationalen Bereich sei, schließlich würde bereits die Hälfte der Siemens-Wertschöpfung durch Ingenieur- und Dienstleistungen erzielt. Insgesamt würden 50.000 Siemens-Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung arbeiten, alleine im vergangenen Jahr hätten diese 7.000 Erfindungen hervorgebracht.

SAP-Chef sieht nächste IT-Innovationswelle heranrollen

Einen hohen Bedarf an Entwicklungsarbeit ortete in der Hofburg auch der Chef des deutschen Softwarekonzerns SAP, Henning Kagermann. "Wir stehen im IT-Bereich vor der nächsten Innovationswelle", so Kagermann, der an die Unternehmen appellierte: "Wir brauchen kein Sparen, wir brauchen profitables Wachstum."

Kagermann bekannte sich zu offenen Softwarestandards, wobei er insbesondere dem Softwareprogramm Java weltweit große Chancen voraussagte. (APA)

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